Festival Criminale 2019

Glauser-Preis für den Kurzkrimi geht erneut ins Ruhrgebiet

Eine glückliche Preisträgerin bei der Criminale 2019: die Bochumer Krimiautorin Almuth Heuner zwischen den Moderatoren Ralf Kramp und Sandra Lüpkes.

Eine glückliche Preisträgerin bei der Criminale 2019: die Bochumer Krimiautorin Almuth Heuner zwischen den Moderatoren Ralf Kramp und Sandra Lüpkes.

Foto: P. Treiber

Aachen.   Jury prämiert Almuth Heuner aus Bochum für ihre Zechen-Story „Schwarzes Erbe“. Mit einer Abschlussgala geht die „Criminale“ in Aachen zu Ende.

Spannung und Humor – diese Kombination kennzeichnete die furiose Abschlussgala der Criminale 2019 in Aachen. Das mehrtägige Branchentreffen der deutschsprachigen Kriminalschriftsteller, die im Verein Syndikat organisiert sind, endete am Samstag, 13. April, mit der Verleihung der Glauser-Preise. Dabei geht der Preis für die beste Kurzgeschichte erneut ins Ruhrgebiet: Almuth Heuner aus Bochum erhielt die Auszeichnung für ihre Zechen-Story „Schwarzes Erbe“.

Nach dem Autorenduo H.P. Karr/Walter Wehner (Essen) im Jahr 2018 nimmt mit Almuth Heuner nun abermals eine Ruhrgebietsautorin den Preis für den besten Kurzkrimi mit nach Hause. Sie erzählt in „Schwarzes Erbe“ eine mörderische Familiengeschichte im Bergarbeitermilieu, die zwei Kumpel über 30 Jahre zusammenschweißt..

Das Urteil der Jury für den Kurzkrimi

„Die Atmosphäre ist dicht, die Sprache treffsicher und mit viel Lokalkolorit angereichert. Almuth Heuner stellt mit diesem Kurzkrimi nicht zum ersten Mal unter Beweis, dass sie zu den besten Autorinnen und Autoren im deutschsprachigen Raum zählt“, lobt die Jury. Die Autorin freut sich und dankt in ihrer Rede „allen Freunden, die mich zu diesem Preis getragen haben“.

Moderiert wurde die Veranstaltung in einem ehemaligen Straßenbahn-Depot von den Autoren Sandra Lüpkes und Ralf Kramp, musikalisch sorgten Sascha Gutzeit und das C-String-Quartett für Stimmung. Auszüge aus den prämierten Texten präsentierte in diesem Jahr Schauspieler Roland Jankowsky, bestens bekannt als Overbeck aus der ZDF-Serie „Wilsberg“.

Glauser-Preise in verschiedenen Kategorien

Die vier ehrenamtlich besetzten Autoren- und Autorinnen-Jurys sichteten 673 in 2018 erschienene Werke. Je fünf Kandidatinnen bzw. Kandidaten wurden für die höchstdotierten Krimipreise im deutschsprachigen Raum nominiert: die Friedrich-Glauser-Preise für den besten Roman, das beste Romandebüt und den besten Kurzkrimi sowie den Hansjörg-Martin-Preis für den besten Kinder- und Jugendkrimi. Außerdem wird bei der Criminale stets der Ehrenglauser für das Lebenswerk vergeben.

Skurrile Typen überzeugen im Roman „Oskar“

Den Preis für den besten Debütroman erhält Cid Jonas Gutenrath für seinen Roman „Skorpione“, eine Geschichte über einen Privatdetektiv in Berlin-Moabit, der in einen Fall von internationalen Dimensionen hineingezogen wird. Die Jury findet, dass „er einen packenden und rasanten Fall“ schreibt, der volle Aufmerksamkeit verlange und in mehr als einer Hinsicht nachdenklich mache.

Für den besten Roman des vergangenen Jahres ausgezeichnet wird Max Bronski für sein Werk „Oskar“. Die Jury bescheinigt dem Roman skurrile Typen und eine dramaturgisch brillant verflochtene Familien- und Gaunergeschichte. „Ein Krimi mit hoher Sogwirkung, stimmig von der ersten Zeile bis zum raffinierten Ende“, heißt es in der Begründung.

Jugendliche wirkten in der Jury mit

Den Hansjörg-Martin-Preis für den besten Kinder- und Jugendkrimi vergibt die Jury (die auch aus Jugendlichen besteht) an June Perry für ihr Buch „White Maze“. Der Jugendkrimi, urteilt die Jury, fächere die Faszination und Möglichkeiten der virtuellen Realität „in verlockenden Farben auf, um mit stetig wachsender Spannung Schicht für Schicht die Schattenseiten und Gefahren zu enthüllen“.

Den Ehrenglauser erhält der auf Juist lebende Buchhändler, Stipendiums-Organisator und Festival-Veranstalter Thomas Koch in Würdigung seines Engagements für die Kriminalliteratur. Seit 2005 organisiert Koch ein Krimi-Stipendium für Autoren, kümmert sich um Sponsoren und Veranstaltungen. Und ebenfalls seit 2005 gibt es das Krimifestival „Tatort Töwerland“.

>>>ZU EHREN VON FRIEDRICH GLAUSER

  • Das Syndikat ist die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen und -autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es gibt rund 750 Mitglieder und sie decken ein weites Spektrum ab: vom regionalen Krimi bis zum internationalen Thriller.
  • Der Schweizer Friedrich Glauser (1896-1938) gilt als Mitbegründer des deutschsprachigen Kriminalromans. Ihm zu Ehren lobt das Syndikat jährlich die Glauser-Preise in verschiedenen Kategorien aus. Die Preise sind die höchstdotierten Autorenpreise für Werke deutschsprachiger Kriminalliteratur und werden jeweils auf dem Krimifestival Criminale verliehen.

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