Konzertreihe

Gisbert zu Knyphausen trifft im Zakk auf seine Vergangenheit

Gisbert zu Knyphausen kommt mal wieder nach Düsseldorf. 

Gisbert zu Knyphausen kommt mal wieder nach Düsseldorf. 

Foto: Dennis Williamson

Düsseldorf.   Der gefeierte Songwriter gastiert am 13. Dezember beim Lieblingsplatte-Festival in Düsseldorf. Dort spielt er sein zehn Jahre altes Debütalbum.

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Ein bisschen gezögert hat Gisbert zu Knyphausen schon, als die Anfrage aus Düsseldorf kam. Es ging um die dritte Ausgabe des Lieblingsplatte-Festivals im Zakk und konkret um sein vor zehneinhalb Jahren veröffentlichtes Debüt, das ganz profan „Gisbert zu Knyphausen“ heißt, aber, und da hat Festivalleiter Miguel Passarge völlig Recht, zu den wichtigsten Alben deutscher Popgeschichte gehört. „Es ist schon merkwürdig, weil man sich ja auch auf Zeitreise begibt und einen nostalgischen Abend verlebt“, sagt Gisbert zu Knyphausen zum bevorstehenden Zakk-Gig. „Andererseits ein schöner Anlass, mal wieder mit der alten Band abzuhängen.Wir haben da alle Bock drauf.“

Tiefer Täler in den vergangenen zehneinhalb Jahren

Zehneinhalb Jahre zurück. Der Weg in die Vergangenheit, zurück in den April 2008, ist durchschnitten von tiefen Tälern. Vor zehn Jahren lebte Gisberts Freund und Musikerkollege Nils Koppruch noch. Vor zehn Jahren hatte der scheue Knyphausen mit dem so freundlichen Gesicht Phasen, in denen er nicht merkte, wenn sich die Melancholie, über die er mal einen wunderbaren Song mit einem wunderbaren Text geschrieben hat („Melancholie – Du kriegst mich nie klein“), in Depression verwandelte.

Als Kumpel Koppbruch plötzlich und unerwartet im Oktober 2012 starb, wurde es nicht besser, Gisbert zu Knyphausen, machte harte Zeiten durch. Als wenn das Geradestehen nicht schon anstrengend genug wäre. Aber der gebürtige Hesse kam da wieder raus, darüber spricht er heute ohne Hemmungen. „Melancholie ist ja eigentlich ein sehr befruchtendes, inspirierendes Gefühl“, sagt der 39-Jährige. „Und heute merke ich schneller, wenn es kippt und kann gegensteuern. Die Depressionen hauen mich nicht mehr so um wie früher. Das ist eine sehr große Veränderung in meinem Leben.“

Gerade erst mit den Proben begonnen

Zu Knyphausen ist ein vom Feuilleton geliebter Songwriter. Mit ihm darf deutscher Pop wieder intelligent und lyrisch sein, sagt man. Die Kritik war sich auch bei seiner aktuellen Platte „Das Licht dieser Welt“ einig, dass also dem Wahlberliner ein weiterer Meilenstein gelungen ist. Und dass Miguel Passarge es geschafft hat, den Liedermacher mit dem Debüt ins Zakk zu holen, ist ein weiterer Düsseldorfer Husarenstreich. Denn Songs wie „Spieglein, Spieglein“, „Kleine Ballade“ oder „Der Blick in deinen Augen“ gehört zum Besten, was im riesig großen deutschen Liedermacher-Kosmos jemals getextet und komponiert wurde.

Zu Knyphausen hat gerade erst mit dem Proben fürs Zakk begonnen. „Mal sehen“, sagt der Künstler; „wie wir die Songs präsentieren werden. Einige Stücke haben sich ja im Laufe der Zeit entwickelt und wurden in den letzten Jahren immer mal wieder live gespielt, andere habe ich schon ewig nicht mehr angefasst.“

Früher mal im Vorprogramm von Olli Schulz

Vielleicht wird der Mann, der mittlerweile lieber am Klaver als an der Gitarre komponiert, ja auch ein oder zwei ganz neue Songs im Zakk präsentieren. Material für mindestens ein neues Album habe er schon, sagt er („das soll jetzt aber nicht großkotzig klingen!“). Für die Zukunft möchte er übrigens häufiger nach Düsseldorf kommen. „Ich weiß gar nicht, warum ich da so selten bin, da muss ich mal meinen Booker fragen“, sagt er. Das Zakk kennt er natürlich und mag es sehr. „Da habe ich mal im Vorprogramm von Olli Schulz gespielt“, sagt er und lacht. „Das ist aber schon länger als zehn Jahre her.“

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