Bildung

Oberhausener Projekt fördert junge Talente

Das Archivbild zeigt Kinder und Jugendliche beim Besuch des Lehmbruckmuseums in Duisburg. Die Internationale Kinderakademie besucht regelmäßig solche kulturellen Orte an Rhein und Ruhr.

Das Archivbild zeigt Kinder und Jugendliche beim Besuch des Lehmbruckmuseums in Duisburg. Die Internationale Kinderakademie besucht regelmäßig solche kulturellen Orte an Rhein und Ruhr.

Foto: Stephan Eickershoff

Oberhausen.  Die Internationale Kinderakademie möchte Chancengleichheit schaffen und vermittelt Wissen in Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Der rechte Daumen gleitet über die Saiten der Ukulele, rhythmisch klopft Mariam hin und wieder. Mit ihrer gefühlvollen Stimme steckt die 15-Jährige andere Jungen und Mädchen an. Einige schnipsen im Takt, andere singen mit. Und manche lauschen aufmerksam. Zu dieser Gruppe zählt auch der 12-jährige Marvelous, der regelmäßig das Angebot der Internationalen Kinderakademie in Oberhausen nutzt. „Hier macht mir das Lernen sehr viel Spaß“, betont der Schüler. Im Haus des Zentrums für Integration und Bildung (ZIB) ist das neuerliche Programm der Internationalen Kinderakademie näher vorgestellt worden. Das Projekt des katholischen Jugendwerks „die kurbel“ fördert junge Talente mit einem vielfältigen Bildungsangebot aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Für Kinder von fünf bis 14 Jahren

„Wir möchten die Kinder zu qualitativ hoher Bildung hinführen“, sagt Serap Tanis, Diplom-Pädagogin des ZIB, die das Projekt eng betreut. Dabei richtet sich die Internationale Kinderakademie an Mädchen und Jungen zwischen fünf bis 14 Jahren. Sie möchte Chancengleichheit für alle Jugendlichen schaffen und knüpft dort an, wo schulische Angebote enden. Die Schüler können zum Beispiel Exkursionen wahrnehmen.

Einige junge Mitglieder der Internationalen Kinderakademie besuchten gemeinsam den Wissenschaftspark in Gelsenkirchen. Dort bauten sie unter anderem Solarautos. Für Marvelous, der die Gesamtschule Osterfeld in Oberhausen besucht, war das „sehr spannend“. Er habe mehr über umweltfreundliche Solar- und Windenergie gelernt. Das Besondere dabei ist, dass Eltern eingebunden werden und sich als Mediatoren qualifizieren können. Dann können sie die Kinder- und Jugendlichen selbst auf den Exkursionen begleiten.

„Wir sind hier wie eine große Familie“

Die Kinder freuen sich über die Angebote. Euphorisch erzählt Marvelous immer weiter, zeigt sich begeistert von der Internationalen Kinderakademie. „Wir sind hier wie eine große Familie“, sagt er. Die Oberhausener Bürgermeisterin Elisabeth Albrecht-Mainz, die für den erkrankten Schirmherren der Internationalen Kinderakademie und Oberbürgermeister Daniel Schranz einsprang, hält das Angebot für einen „Segen“. Es sei wichtig die Kinder aus sozialen Brennpunkten, die schwer Zugang finden zu Kultur und Wissenschaft, zu unterstützen.

Heute müssten die Rahmenbedingungen für die Zukunft geschaffen werden, dass sich jedes Kind individuell entwickeln kann. Und die Jugendlichen haben Pläne für die Zukunft, erzählen von ihren Berufswünschen. Während Marvelous sich vorstellen kann, Anwalt zu werden, möchte die zwölfjährige Pamela später Polizistin sein. Dabei möchte sie für „Gerechtigkeit“ sorgen.

Caren möchte professionelle Springreiterin werden

Dagegen hat Caren (11),die wie Pamela auch zum Heinrich-Heine-Gymnasium in Oberhausen geht, den Traum, professionelle Springreiterin zu werden. „Leidenschaftlich gerne reite ich“, so Caren. Ansonsten spielt sie oft Tennis und Klavier. Damit die Wünsche in Erfüllung gehen, möchte die Internationale Kinderakademie die Bildungsbildungsvoraussetzungen schaffen. „Wir möchten die Kinder so unterstützen, dass sie später Universitäten besuchen können“, sagt Serap Tanis. Deshalb bietet die Kurbel im ZIB weitere Unterstützung für die Kinder im Schulalltag an. Dazu gehören unter anderem ein Leseclub und individuelle Hausaufgabenbetreuung.

Entstanden ist die Internationale Kinderakademie aus einem Sozialgespräch im Oberhausener Stadtbezirk Osterfeld. „Wir konnten viele Kinder für ein Mitmachen gewinnen“, so Ulrich Klein, Geschäftsführer von „die kurbel“. Seither gab es auch Radio- und Theaterprojekte.

Als Partner unterstützt das Projekt die Stiftung „TalentMetropoleRuhr“. Dr. Britta Schröder, Geschäftsführerin der Stiftung, sagt: „Die Internationale Kinderakademie ist ein Pilotprojekt, wir könnten uns vorstellen, es in weitere Städte zu tragen.“

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