Castingshow

„The Voice“: Sido kritisiert Musical-Sänger für seine Stimme

Bei „The Voice of Germany“ ist Sido für seinen rauen Ton bekannt.

Bei „The Voice of Germany“ ist Sido für seinen rauen Ton bekannt.

Foto: Sat.1 / ProSieben / André Kowalski

Berlin.  In der letzten Blind Audition von „The Voice“ probierte es ein Musical-Darsteller mit Gemütlichkeit. Sidos Feedback war deutlich.

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Es sind die letzten Blind Auditions bei „The Voice of Germany“. Die Plätze in den Teams sind limitiert. Was sonst bedeutete, dass die Coaches noch kritischer aussortierten, bringt am Donnerstagabend keine zusätzliche Spannung. Und das obwohl die Sendung im Vergleich zu den vorangegangenen ziemlich solide ist.

Dafür gibt es aber eben auch keine Tief- oder Höhepunkte – und keinen einzigen Vierer-Buzzer. Eins fällt besonders auf: Viele junge Frauen stehen auf „ältere Songs“, wie gefühlt jede zweite Kandidatin sagt.

Was sonst manchmal entzückend naiv wirkt, zehrt diesmal eher am Nervenkostüm. So singt die 19-jährige Sophie-Charlotte Lewing den Elvis-Klassiker „Jailhouse Rock“, das jüngste Talent, die 16-jährige Mariel Kirschall, „Desperado“ von den Eagles und die 23-jährige Larissa Pitzen „Still Got The Blues“ von Gary Moore.

„The Voice“: Alice Merton rührt Kandidat mit Kommentar

Obendrauf gibt’s noch einen Elvis-Neil-Diamond-Überfan, der in den 70ern geboren und darin „stecken geblieben ist“, wie er selbst zugibt. Herculano Marques, von dem viele denken, er hieße „Herr Culano“, hat nicht nur einen 1958er Cadillac liebevoll restauriert und lässt sich Outfits von seinem Vorbild Elvis nachschneidern, die er dann mit Applikationen verziert. Nein, er hat wohl auch die kleinste Bühne der Welt. In seinem Haus. Vermutlich dem Keller.

Mit „Song Sung Blue“, natürlich ein Song von Neil Diamond, überzeugt er zwei Coaches: Alice Merton und Mark Forster. „Ich liebe den Klang deiner Stimme. Die Tremolos haben mich begeistert“, erklärt die 26-Jährige. Dieser Kommentar berührt Herculano so sehr, dass er sich für Alice entscheidet.

Großspuriger Träumer kennt den Sinn des Lebens

Höhepunkt an Skurrilität ist Kandidat Julian Mauro. 24 Jahre jung. Ob auf dem Bau, in einer Fischfabrik, als Postbote, Bäcker oder Fliesenleger: Der gelernte Einzelhandelskaufmann hat schon viel ausprobiert. Mittlerweile tritt er gemeinsam mit der Coverband seiner Eltern auf diversen Festivitäten auf. Und ist seit einem Jahr Vater.

„Seitdem mein Sohn geboren ist, versteh ich den Sinn des Lebens“, sagt er. Das Schönste am Papa-Sein sei, dass man jederzeit mit dem Kleinen kuscheln kann. Nun ja, ein Einjähriger hat ja auch nicht wirklich die Wahl. „Meine Zukunft als Star kann ich mir schon vorstellen“, nach Amerika fände er schön. Ein Tiefstapler ist Julian Mauro nicht. Ein großspuriger Träumer wohl schon.

Musical-Darsteller kann bei „The Voice“ nicht überzeugen

Mit „Was du Liebe nennst“ versucht er die Coaches zu überzeugen – Doch es reicht nur für einen: Mark. Das trifft sich gut, denn die beiden haben eine Gemeinsamkeit: ihren Dialekt. Julian kommt aus Frankenthal, Mark aus Kaiserslautern. Knappe 50 Kilometer voneinander entfernt. Nach einem Schwatz über Tomaten auf den Ohren – worauf Alice leicht irritiert nochmal nachfragt, ob sie das richtig verstanden hat – ist auch dieser Auftritt zum Glück beendet.

Dafür kommt einer, der gerne an entlegenen Orten im Spagat in die Luft springt – „Wie so ein Nilpferd, das auf einmal hochhüpft“, erklärt der selbst erklärte „Jumping Musicalbär“. Benjamin Eberling heißt er, ist Musical-Darsteller und liegt vermutlich über dem empfohlenen Body-Mass-Index. Dass er dann auch noch den Song „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ singt, kann eigentlich nur ein schlechter Scherz der Produktion sein.

Mit viel Humor scheint er seinen Auftritt zu genießen. Für einen Buzzer reicht es jedoch nicht. „Überzeugt hast du mit allem außer der Stimme“; kommentiert Sido und bleibt damit seinem rauen Ton treu.

Auch interessant: „The Voice“ wird immer emotionaler – Sido ist genervt

Ändert Sido die „The Voice“-Regeln?

Der sonst eher für seine laute Klappe bekannte Rea Garvey hingegen entwickelt sich in der Neubesetzung der Jury zu einem Harmonie-bedürftigen, ja man könnte fast sagen, mitfühlenden Coach. „Du kannst gut in Rollen schlüpfen und klingen wie jemand anders. Das machst du echt gut. Bleib dabei“, kommentiert der Ire den Auftritt.

„Ich kam sah und siegte“, ist sich Sido am Ende der Sendung sicher (wie übrigens auch schon zuvor: „The Voice of Germany“: Sido sieht sich schon als Sieger). Er habe gute Entertainer und die besten Stimmen. Da überrascht die Vorschau für die Battles, die am Sonntag losgehen, umso mehr. Da sieht man einen verärgerten Sido, der erklärt: „Ich glaube ernsthaft, dass ihr beiden keine Chance mehr habt und ich nehme keinen von euch mit.“

Der Satz kommt sonst immer von dem Sprecher aus dem Off. Aber diesmal trifft er einfach perfekt zu: Das gab es noch nie. Ob der Rapper die Regeln in den Battles ändert?

Ihrer Linie treu bleiben die Coaches hingegen beim Outfit. Darum tragen Sido und Co. bei „The Voice“ immer dasselbe. Und wer noch mehr Details zur Castingshow haben möchte: „The Voice of Germany“: Alles, was man zur Show wissen muss.

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