The Voice of Germany

The Voice of Germany - Michi Beck über Ehrgeiz, Spaß, Zoff und den Hattrick

Smudo und Michi Beck (re.) von den Fantastischen Vier sind bei "The Voice of Germany" die Titelverteidiger unter den Coaches.

Smudo und Michi Beck (re.) von den Fantastischen Vier sind bei "The Voice of Germany" die Titelverteidiger unter den Coaches.

Foto: ProSieben

Essen.  Smudo und Michi Beck haben in ihrer erste Runde als Coaches bei "The Voice of Germany" gleich den Sieg geholt. Mit ihrer sympathisch-lustigen aber auch kompetenten Art schlugen sie bei den Fans der Musikshow voll ein. Im Interview mit der Funke Mediengruppe verrät Michi Beck, welche Ziele sich die Fanta 2 für die neue Staffel gesetzt haben, wer unter den Coaches den größten Ehrgeiz besitzt und wer ihm schonmal den Abend versaut hat.

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Du hast im letzten Jahr gesagt, die Teilnahme bei The Voice of Germany sei eine clevere Werbemaßname für das neue Album und die Tour der Fantastischen Vier. Jetzt sitzt Ihr immer immer noch in der Jury – was kommt jetzt?
Michi Beck: Jetzt hat der Scheiß auch noch so einen Spaß gemacht. (lacht) Es war natürlich auch eine gute begleitende Maßnahme für die Fantastischen Vier. Aber es war von vorneherein klar, dass wir das nur machen, wenn wir dahinterstehen können. Außerdem haben wir nun einen Titel zu verteidigen – auf geht’s in Runde zwei.

Habt Ihr Lehren aus Eurer ersten Staffel gezogen?

Beck: Man kann Erfahrungen ins Spiel bringen, aber nicht in den Blind Auditions. Die bleiben ein Mysterium für uns. Du wirst nicht dahinter kommen, was für ein Mensch da steht und welche Person zu dieser Stimme passt. Es ist immer noch genauso aufregend. Es geht nur darum, was man in der Stimme hört und ob die Person etwas kann. Im weiteren Spielverlauf von "The Voice of Germany" steckt man allerdings nicht mehr die stärksten Talente aus einem Team in eine Gruppe, wenn du nur einen Sänger weiter mitnehmen kannst. Da sind wir jetzt einen Tick taktisch versierter.

Rea Garvey sagte im Interview mit uns, Du seist der ehrgeizigste Mensch, den er kenne.
Beck: Das sagt er immer, um davon abzulenken, dass er der Ehrgeizigste ist.

Trotzdem habt Ihr Euch im Kampf um die Talente mehrfach intensiv duelliert...
Beck: Das ging wieder total gut ab – da sind die Fetzen geflogen. Das Schöne ist, dass wir uns alle eigentlich sehr gerne haben. Das bildet die Grundlage, dass wir uns so fetzen können um die Talents. Im letzten Jahr bin ich einmal richtig mit Rea aneinandergeraten. Da waren eine Menge Emotionen dabei, und man kannte sich noch nicht ganz so gut wie jetzt. Da war ich einen ganzen Abend mal ein bisschen sauer. Aber am nächsten Morgen haben wir uns direkt wieder vertragen.

Wie ist es Euch diesmal in den Blind Auditions ergangen?
Beck: Das treibt einen schon um, dieses Spiel. Es gab eine Runde Blind Auditions, in der wir niemanden bekommen haben. Wir haben achtmal gebuzzert, und alle haben sich gegen uns entschieden. Das geht dir echt an die Substanz. Da denkst du, was mache ich nur falsch. Das ist ein emotionales Spiel. Aber wir nehmen das sportlich. Unser eigentliches Ziel ist der Hattrick – und wir sind bereits bei ca. 70 Prozent.

Dann ist das ja eine schöne Nachricht für Eure Fans, dass Ihr im nächsten Jahr auch wieder dabei seid.
Beck: Nur wenn wir gewinnen. Wenn nicht, müssen wir noch einmal ein wenig drüber nachdenken. (lacht)

Wie geht Ihr mit den Emotionen bei „The Voice of Germany“ um. In der letzten Staffel musstet Ihr die eine oder andere Träne wegdrücken...
Beck: Bei einem der Drehs haben Smudo und ich uns angeguckt, weil eins unserer Talente uns so umgepustet hat. Beide saßen wir da mit sehr viel Wasser in den Augen und einer Mischung aus Lachen und Weinen. Smudo heult aber nicht mehr ganz so viel. Trotzdem gibt es noch so viele Momente, wo du Coolness und Kontrolle über dich verlierst, weil es einfach so echt ist. Hier ist nix gespielt. Das ist das Schöne an der Show.

Wie ist denn Eure Teilnahme als Coaches bei „The Voice of Germany“ bei Euren Fans angekommen?
Beck: Für mich und Smudo gab es immer die Hürde Castingshows. Das war für uns stets ein absolutes „No Go“. Aber ich finde , dass es eigentlich keine Castingshow ist, wir bezeichnen „The Voice“ eher als Musikshow. Es ist eher vergleichbar mit einer komprimierten klassischen Platten-Karriere. Man hört ein Demo. Die Musik interessiert dich. Dann triffst du dich mit dem Künstler und arbeitest mit ihm. Entweder schafft er es oder er bleibt auf der Strecke. So funktioniert das Spiel bei „The Voice“. Eine Castingshow steht ja eher dafür, Leute vorzuführen. Da geht es oft um Gehässigkeit und Boshaftigkeit. Musik ist nur eine Randerscheinung. Ganz im Gegenteil zu „The Voice of Germany“. Deshalb sind dabei, und es gibt auch nur wenige Kritiker unter unseren Fans. Ich schätze, 95 Prozent unterstützen das.

Um Eure Siegerin Charley Ann Schmutzler ist es nach dem Finale von „The Voice“ relativ schnell wieder ruhig geworden – wie geht es Ihr?
Beck: Ihr geht’s gut. Sie ist halt mehr in ihrem Schauspieler-Ding drin. Es ist nicht so, dass man es geschafft hat und ein Star ist, nur weil man „The Voice of Germany“ ist. Dann hast du diese Comeptition und diese TV-Show gewonnen. Das ist aber nicht zwingend der Grundstein für eine Musik-Karriere. Das muss man in erster Linie auch wollen. Charley Ann war sowieso eher in der Schauspielerei aktiv als als Sängerin. Da hat ihr der Bekanntheitsgrad durch „The Voice“ sehr geholfen. Deshalb ist sie keinesfalls als Sängerin gescheitert. Wenn sie gute Musik macht, eigene Songs schreibt und es wirklich will, kann sie es immer noch als Sängerin schaffen. Sie hat auf jeden Fall eine tolle Stimme mit Wiedererkennungswert.

Smudo macht bei der Aktion für Menschenrechte mit – zudem habt Ihr Flüchtlinge zu einem Konzert in Hamburg eingeladen – wie wichtig ist es, in diesen Tagen auch als Promi Stellung zu beziehen?
Beck: Wir unterstützen die Aktion „Laut gegen Nazis“ seit mehr als zehn Jahren. Thomas D setzt sich von jeher für viele Projekte ein. Jetzt ist er bei der Stiftung von Til Schweiger involviert und hat sich dafür finanziell weit aus dem Fenster gelehnt. Da müssen wir nicht noch parallel etwas anderes machen. Man muss Aktionen bündeln, wenn sie was bringen sollen.

Hass-Kampagnen im Internet sind derzeit ein viel diskutiertes Thema – wie geht Ihr damit um?
Beck: Ich bin nicht so der Social Networker – das ist eher was für Smudo. Ich steh' zu dem, was wir machen. Es wird immer Leute geben, die das komisch finden. Wir bekommen wohl überwiegend positive Reaktionen, aber ich lese Kommentare in den sozialen Netzwerken eigentlich überhaupt nicht – das ist negative Energie. Das brauche ich nicht.

Wie geht es mit den Fantastischen Vier weiter?
Beck: Anfang November releasen wir unser „Best of“-Album. Das letzte ist schon zehn Jahre her. Wir haben ein paar neue Songs gemacht – einer hat es auch auf das Album geschafft. Wir spielen kommenden Sommer noch ein paar Festivals und werden wahrscheinlich Ende nächsten Jahres auf Tour gehen. Und sonst mal schauen. Wahrscheinlich gehen wir wieder ins Studio. Was sollen wir auch sonst machen? (lacht)

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