Fachmesse

Serien-Remake von „Das Boot“ kommt in Cannes gut an

Im November zeigt Sky in Deutschland die Miniserie „Das Boot“, eine Neuverfilmung des Klassikers.

Im November zeigt Sky in Deutschland die Miniserie „Das Boot“, eine Neuverfilmung des Klassikers.

Foto: Nik Konietzny / dpa

Cannes  Bei der Fernsehmesse Mipcom in Cannes sind deutsche Serien sehr beliebt. Besonders stechen dabei „German Moon“ und „Das Boot“ heraus.

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Das Einzige, was nicht passte, war das Wetter. Der Himmel über der Cote d’Azur war diese Woche meist verhangen. Doch die Stimmung der Besucher der Mipcom konnte das nicht trüben. Die mit über 2000 Ausstellern und knapp 5000 Käufern größte Fernsehmesse der Welt geht diesen Freitag zu Ende. Sie stand ganz im Zeichen des Booms, den die Branche derzeit verzeichnet. Vor allem die TV-Produzenten waren bestens gelaunt. Serien, Filme, Shows und Dokumentationen wurden ihnen geradezu aus den Händen gerissen.

Die brummende TV-Konjunktur führt dazu, dass manches Projekt erstaunlich früh vorgestellt wird. Die Münchner Beta Film, die auch an „Babylon Berlin“ beteiligt war, präsentierte in Cannes ihre nächste große deutsche Serie: „German Moon“ erzählt die Geschichte von 118 Wissenschaftlern um Wernher von Braun, die für die Nazis einst die „Wunderwaffe“ V2 erfanden.

„German Moon“ kommt wohl erst 2021

Die Amerikaner haben sie und ihre Familien nach Kriegsende in die USA verfrachtet, um dort ein Raketenprogramm zu entwickeln. Es ist eine klassische Migrationsgeschichte, die die drei renommierten israelischen Drehbuchautoren Nadav Schirman, Ron Leshem und Amit Cohen da erzählen – mit den Deutschen in der Rolle der Migranten.

Allerdings gibt es von dem Projekt bisher nicht mehr als das Drehbuch. Im Fernsehen wird die Serie wohl nicht vor 2021 zu sehen sein. Dass sie dennoch schon jetzt vorgestellt wird, dürfte damit zu tun haben, dass die Produzenten so früh wie möglich renommierte Schauspieler, Regisseure, vor allem aber Finanziers für das Vorhaben gewinnen wollen. Zweieinhalb bis drei Millionen Euro soll eine Folge der Serie kosten.

„Boot“-Serie bereits in 100 Länder verkauft

Mit der Neuauflage von „Das Boot“ kommt auch in diesem Jahr einer der Bestseller der Messe aus Deutschland. Die Serie, die erst am 23. November bei Sky anläuft, wurde schon jetzt in über 100 Länder verkauft. Die für ihren weltweiten Vertrieb zuständige US-Produktionsfirma Sonar hat ihren Stand mit Motiven aus dem U-Boot-Drama tapeziert.

„Das Boot“-Trailer

Ihr Marketingchef Alan Zapakin ist sich sicher, dass „wir die Serie auch noch in die übrigen 100 Länder dieser Welt verkaufen“. Und Rick Okon, einer der Hauptdarsteller von „Das Boot“, war umjubelter Stargast des German Mip Cocktails, der großen Party deutscher Messebesucher.

Trend: Fernsehen ist das neue Kino

Den meisten Glamour verbreitete auf der MipCom aber ein Amerikaner. Ben Stiller („Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“) war eigens aus den USA angereist, um seine neue Serie „Escape at Dannemora“ vorzustellen. Der 52-Jährige hat sie produziert und Regie geführt, spielt aber erstmals in einer von ihm verantworteten Produktion nicht selbst mit. Die Serie, die in Deutschland ab 19. Dezember ebenfalls auf Sky zu sehen ist, hat im Gegensatz zu Stillers früheren Werken nichts mit Comedy zu tun.

„Escape at Dannemora“-Trailer

„Escape at Dannemora“ ist ein düsteres, mitunter beklemmendes Drama um einen Gefängnisausbruch, das man seinem Regisseur und Produzenten so gar nicht zugetraut hätte. Dass Stiller einen solchen Stoff, der sein Image nachhaltig verändern dürfte, für das Fernsehen produziert hat, kann man auch als Beleg für die These nehmen, dass TV das neue Kino ist.

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