Fernsehen

Dortmund, Münster, Oberhausen: Impro-Tatort an Neujahr 2020

Ein Fall aber viele Ermittler. Charly Hübner, Ben Becker, Anna Schudt, Jörg Hartmann, Nicholas Ofczarek, Friederike Kempter, Elena Uhlig, Friedrich Mücke und Bjarne Mädel (vl.n.r.).

Ein Fall aber viele Ermittler. Charly Hübner, Ben Becker, Anna Schudt, Jörg Hartmann, Nicholas Ofczarek, Friederike Kempter, Elena Uhlig, Friedrich Mücke und Bjarne Mädel (vl.n.r.).

Foto: TOM TRAMBOW

Dortmund.  Mit einem Experiment startet der "Tatort" ins Jahr 2020. Neun Ermittler suchen einen Mörder, darunter Teile der Teams aus Dortmund und Münster.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

So einen Tatort gab es noch nie in der ARD. „Druck“ heißt die Folge, in der der WDR Anfang kommenden Jahres gleich neun Ermittler gemeinsam ins Rennen schickt. Mit dabei sind auch zwei TV-Kommissare aus Dortmund und eine Kommissarin aus Münster. Der Name der Folge wurde geändert. Ursprünglich sollte sie "Gut und Böse" heißen.

Das Besondere: Ein Drehbuch existierte nicht. Der Großeinsatz der Fernseh-Ermittler ist ein Improvisations-Tatort unter der Regie von Grimme-Preisträger Jan Georg Schütte [„Altersglühen“ (2014), „Wellness für Paare“ (2016) und "Klassentreffen" (2019)], Spezialist für Drehs ohne feste Vorgaben. Gedreht wurde mit 24 bemannten sowie 12 unbemannten Kameras in aller Heimlichkeit an einem Wochenende im Mai diesen Jahres in Siegburg bei Köln. Normalerweise dauert es gut einen Monat, eine Tatort-Episode im Kasten zu haben.

"Tatort"-Kommissare auch aus Aachen, Düsseldorf, Oberhausen und Paderborn

Zum Inhalt der Folge gaben die Macher folgendes bekannt: In Nordrhein-Westfalen geht ein Serienmörder um, der mittlerweile vier Polizisten getötet hat. Den bisherigen Soko-Teams ist es nicht gelungen, die Täter dingfest zu machen. Deshalb kommen sieben der besten Kommissare aus NRW in einem Tagungshotel bei Köln zusammen, um den Fall gemeinsam zu lösen.

Den Stamm des Ermittlerteams bilden Jörg Hartmann und Anna Schudt in ihren Rollen als Dortmunder Kommissare Faber und Bönisch. Unterstützung aus Köln (Ballauf & Schenk) gibt es nicht, dafür hilft Friederike Kempter als Nadeshda Krusenstern, Assistentin, von Kommissar Thiel in Münster. Ihr Chef allerdings ist ebenso wenig dabei, wie Jan Josef Liefers als pathologischer Professor Boerne.

Ein Art Comeback feiert Friedrich Mücke (38) als Paderborner Kommissar Ziesing. Vor fünf Jahren war der heute 38-Jährige – ohne großen Erfolg – als Hauptkommissar Henry Funck zweimal im Erfurt-Tatort zu sehen. Ebenfalls auf Verbrecherjagd gehen Nicholas Ofczarek („Der Pass“) als Kommissar Mitschowski aus Aachen und Elena Uhlig als Kommissarin Möller aus Düsseldorf. Allen Kommissaren ist gemeinsam, dass sie mit den Mordopfern in Verbindung standen.

"Tatort"-Folge soll das Jahr des 50. Jubiläums einläuten

Damit nicht genug. Auch Ben Becker spielt – zumindest für diese eine Folge – den neuen „Tatort“-Kommissar Rettenbach aus Oberhausen. Ganz neu ist die Rolle für den 54-Jährigen nicht. In den 1990er-Jahren war als Stefan Tries in zwei Ausgaben Assistent der Ludwigshafener Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts).

Zur Seite stehen den Ermittlern Charly Hübner und Bjarne Mädel. Sie treten allerdings nicht in ihren Rollen als Bukow (Polizeiruf 110) und Schotty („Tatortreiniger“) bzw. Scheffer ("Mord mit Aussicht") auf, sondern bilden ein „Trainerteam“, das auf die Bewältigung von Krisensituationen spezialisiert ist und die Gruppe der Ermittler auf Teamarbeit einschwören soll.

Ohne die Profile der anderen Darsteller zu kennen, improvisierten die Akteure laut WDR zwei Tage lang auf Basis ihrer Rollenprofile. Unvorhersehbare Situationen beeinflussten den Fortgang des Krimiplots. Produzent Uli Aselmann nennt die Dreharbeiten dann auch eine „einzigartige Aufregung“.

Bis die im TV zu sehen sein werden, dauert es nicht mehr lange. 212 Stunden lang war das Material, das in den sieben Stunden der improvisierten Dreharbeiten entstanden war und das zu einem spannenden 90-minütigen Film verdichtet werden musste. Der Sendetermin ist am 1. Januar 2020 im Erstenam ersten Tag des Jahres, in dem der „Tatort“ 50 Jahre alt wird.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben