Der lange Weg zurück ins Leben

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

(KNA/Eig. B.) Benni Jung sitzt im Rollstuhl. Der junge Kreuztaler spricht monoton, aber verständlich. "Nach so einem Unfall weiß man, wofür es sich lohnt zu leben", sagt er in die Kamera.

Es sind seine ersten Worte in Ulrike Baurs Film "Der Tag, als Benni aus dem Koma erwachte", der am Montag um 21 Uhr in der ARD zu sehen ist. Die Autorin war 2003 auf den jungen Mann aufmerksam geworden. Sein "Wiedererwachen" hatte Schlagzeilen gemacht. Benni war Gast in mehreren Talkshows. Begleitet wurde er von seiner damaligen Verlobten Shanna. Sie hatte den Schwerkranken ein Jahr betreut. Ihre Bemühungen, da sind die Ärzte sicher, haben mit dazu beigetragen, dass Benni zurück ins Leben kam. Shannas und Bennis Liebe wurde bestaunt, die beiden wurden zum Liebespaar des Jahres 2003 erklärt.

Alles begann am 4. Juli 2002 mit einem furchtbaren Unfall, dessen Hergang bis heute nicht restlos geklärt ist. Der Försterlehrling Benni hatte verschlafen und machte Tempo auf dem Weg zur Arbeit im Forstamt Hilchenbach. In einer Kurve geriet sein Wagen ins Schleudern, prallte gegen einen Baum. Bennis Verletzungen waren so schwer, dass ihm kaum einer eine Chance gab. Sieben Stunden operierten die Ärzte, legten ihn ins Koma. Es sollte 56 Wochen dauern, bis er wieder zu sprechen begann.

"Es wäre das achte Weltwunder, wenn er wieder zurückkäme", sagten die Ärzte zunächst. Die Angehörigen fanden einen Platz in einem privaten Heim für Patienten im Wachkoma. Shanna, damals in der 12. Klasse im Hilchenbacher Gymnasium, beharrte darauf, sich ein Jahr beurlauben zu lassen, kümmerte sich nur noch um Benni. Baur sprach mit ihr über ihre Beweggründe. Sie fragte aber auch ihre damalige Schuldirektorin, die Vermieterin, die Ergotherapeutin und Logopädin im Heim. Shanna hörte mit Benni Musik, las ihm vor, versuchte mit allen Mitteln, seine Sinne anzusprechen.

Benni und Shanna heute kein Paar mehr

Die gesamte Therapie in diesem Heim ist darauf ausgerichtet, die Patienten zurückzuholen. Man versucht, ihre verkrampften Muskeln zu lösen und Kontakt zu den in ihrem Körper Eingeschlossenen aufzunehmen. Benni machte Fortschritte, begann, sich durch Zeichen und Schrifttafeln verständlich zu machen, bis er wieder Worte fand.

Benni und Shanna sind heute kein Paar mehr, sondern nur noch Freunde. Wie sein Vater gestern gegenüber der WR bestätigte, wird sein Sohn immer auf den Rollstuhl angewiesen sein. So wird er nicht als Forstwirt arbeiten können. Er will demnächst in einer Werkstatt anfangen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben