Clan-Kriminalität

So realistisch ist die finale Staffel von „4 Blocks“

"4 Blocks" geht in die finale Staffel.

"4 Blocks" geht in die finale Staffel.

Foto: 4 Blocks

Berlin.  Die Erfolgsserie über Neuköllner Clans geht in die dritte und letzte Runde. So viel Realität steckt noch in „4 Blocks“.

Drogen, Prostituierte, Gewalt: Die Serie „4 Blocks“ über den Neuköllner Clan Hamady geht in die dritte und finale Staffel. Die ersten beiden Staffeln wurden von Kritikern und Zuschauern für ihre Nähe zur Realität gelobt, für die Glorifizierung von Clans und Kriminalität aber auch kritisiert. Kann die dritte Staffel da noch mithalten? (Vorsicht, in diesem Text gibt es Spoiler)

Die zweite Staffel endete mit einem Cliffhanger, der dramatischer kaum hätte sein können: Kalila (gespielt von Maryam Zaree), die Frau von Clan-Boss Toni (Kida Khodr Ramadan) wurde angeschossen, ins Herz. Gleich zu Beginn der neuen Staffel stirbt Kalila an ihren schweren Verletzungen. Und Toni ist ein gebrochener Mann.

Skrupellos tötet er den Mörder seiner Frau, ist gewalttätig gegenüber Beamten, die ihm seine Tochter wegen Kindeswohlgefährdung wegnehmen – und ist dann plötzlich der Geläuterte. Der, der sein Leben umkrempelt, Fußballtrainer wird und mit der Currywurst-Verkäuferin berlinert. Fortan nennt sich Toni Ali und will Spießer sein.

Neue Staffel „4 Blocks“: Die Hamidy-Brüder tauschen die Rollen

Die kriminellen Geschäfte übernimmt sein Bruder Abbas (Veysel Gelin ). Er ist nun das Clan-Oberhaupt. Aber wie zu erwarten, scheitert er daran. Geld verschwindet, neue und alte Kontrahenten kommen nach Berlin, und auch die Polizei ist der Familie nach wie vor auf den Versen. So wird Ali dazu gedrängt wieder zu Toni zu werden – ein letztes Mal, wie die Serienmacher sagen.

So viel Realität steckt noch in „4 Blocks“

So spannend die ersten beiden Folgen auch sind – so nah an der Neuköllner Realität wie noch zu Beginn der Serie sind sie nicht mehr. Das ein Clan-Boss plötzlich gutbürgerlich wird, und das ausgerechnet nach dem Mord an seiner Ehefrau? Kann man sich bei Familie A.-C. oder R. nur schwer vorstellen.

Und auch die Beerdigung von Kalila gerät deutlich kleiner, als es die Behörden in Berlin tatsächlich gewohnt sein dürften. Allein steht Toni am Grab seiner Frau.

Als der Berliner Intensivtäter Nidal R. vergangenes Jahr erschossen wurde, kamen zu seiner Beerdigung mehrere Hundert Menschen, vor allem Bosse und Mitglieder anderer Clans.

Die finale Staffel von „4 Blocks“ beginnt spannend und verspricht gute Unterhaltung. Doch driftet sie mehr und mehr ins Reich der Fiktion ab – was aber der Qualität der Serie keinen Abbruch tun muss.

Wo „4 Blocks“ läuft

Staffel drei ist ab dem 7. November bei dem Bezahlsender Sky zu sehen. Außerdem wird die Serie auch auf TNT Serie ausgestrahlt. Los geht es hier ebenfalls am 7. November um 21 Uhr. Die neuen Folgen gibt es dann wöchentlich zur selben Zeit zu sehen. Dann können Zuschauer sehen, wie „4 Block“ Berlins Clan-Unterwelt zurück ins TV kommt.

Im Anschluss an das Serienfinale am 12. Dezember kann man um 21.45 Uhr die Dokumentation „Inside 4 Blocks“ anschauen. Die beleuchtet die Entstehungsgeschichte der gesamten Serie aus Sicht des Teams und der Darsteller und hält zahlreiche Informationen über die Serie bereit.

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