GEBURTSTAG

Daniel Barenboim – Anwalt der Musik und Völkerverständigung

Dirigent, Pianist und Versöhnungsbotschafter: Daniel Barenboim .

Foto: Hans Punz / dpa

Dirigent, Pianist und Versöhnungsbotschafter: Daniel Barenboim . Foto: Hans Punz / dpa

Berlin.   Am 15. November wird der große Dirigent und Pianist Daniel Barenboim 75 Jahre alt. Immer wieder setzt er an, seiner Friedensbotschaft Nachdruck zu verleihen.

Optimisten, die an die völkerverbindende Kraft der Musik glauben, gehören zwar zu den Lieblingen aller Sonntagsredner: Wenn man seine Überzeugung jedoch so kompromisslos zum Ausdruck bringt wie Daniel Barenboim, wird ein Star zum Nestbeschmutzer erklärt. Oder zur „Persona non grata“, wie einige Mitglieder der israelischen Knesset noch vor wenigen Jahren forderten.

Daniel Barenboim, vor 75 Jahren als Sohn russisch-jüdischer Emigranten in Buenos Aires geboren, wandte sich früh gegen die „Minderheitenmentalität“ vieler Glaubensbrüder und beklagte, dass sein Volk die isolierende Ghetto-Perspektive nie überwunden hätte.

Traum vom friedlichen Miteinander

Dass sich Barenboim zum Anwalt Richard Wagners aufschwang, dass er bei einem Gastspiel der Berliner Staatskapelle in Tel Aviv mit dem „Tristan“-Vorspiel als Zugabe provozierte, hat ihm nicht jeder Israeli verziehen. Dabei unterscheidet Barenboim deutlich zwischen antijüdischen Äußerungen Wagners und der kosmopolitischen Haltung seiner Musik. Unermüdlich versucht er, das Gefühl der Menschen für solche Differenzierungen zu fördern. Dazu gehört auch sein Traum vom friedlichen Miteinander von Israelis und Palästinensern. In der Universität des ausgebombten Ramallah ließ er das von ihm gegründete „West-Eastern Divan Orchestra“ spielen, in dem jugendliche Juden und Palästinenser gemeinsam musizieren.

Polyglotte Biografie und weltoffene Haltung

Die polyglotte Biografie Daniel Barenboims hat diese weltoffene Haltung gefördert. In Südamerika geboren, in Israel aufgewachsen, studierte er in Salzburg und Paris. Die Berliner Philharmoniker, Bayreuths Festspielorchester und Berlins Staatskapelle gehören zu den wichtigsten Klangkörpern seiner Laufbahn. In aller Welt wirft der gefragte Pianist und Dirigent seine Autorität in die Waagschale, um seiner Friedensbotschaft Nachdruck zu verleihen. Und auf diesen setzt Barenboim auch in seinem 75. Lebensjahr mit ungeminderter Schlagkraft.

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