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Bochumer Termine der Ruhrtriennale auf einen Blick

Bildstarkes Tanztheater – hier eine Szene aus einer älteren Inszenierung – ist die Spezialität der Choreographin Sasha Waltz

Bildstarkes Tanztheater – hier eine Szene aus einer älteren Inszenierung – ist die Spezialität der Choreographin Sasha Waltz

Foto: Sebastian Bolesch

Bochum.   Hier gibt es einen Überblick über die Triennale-Aufführungen in der Jahrhunderthalle. Auch das Umfeld im Westpark wird künstlerisch aufgewertet.

Die Vorbereitungen auf den Start zur Ruhrtriennale laufen heiß, am Donnerstag geht’s los. Bochum hat mit der Jahrhunderthalle eine zentrale Spielstätte zu bieten, greift aber erst in der nächsten Woche künstlerisch ein. Eine Übersicht.

„Third Space“

„Third Space“ heißt die ausladende Installation des Kollektivs Raumlabor, die zurzeit vor der Jahrhunderthalle aufgebaut wird: Ein ausrangiertes Militärflugzeug, dessen „in Scheiben“ geschnittene Hülle unterschiedliche Räume entstehen lässt. Hier werden Lesungen, Kino, Musik, Gesprächsrunden stattfinden. Auch eine Bar lädt ein. In Dienst gestellt wird „Third Space“ am 16. August, nachmittags.

„Appeal to the Youth“

Ebenfalls im Außenbereich realisiert der US-Künstler Olu Oguibe seine textbasierte Skulptur „Appeal to the Youths of All Nations“, die er als „soziale Intervention“ versteht. Frei zugänglich, zeigt sie einen universellen Aufruf an die Jugend aller Nationen zu Gemeinsamkeit und Verständigung. Die für den 16. August geplante Eröffnung verschiebt sich auf den 31.8.

„Universe, Incomplete“

„Universe Incomplete“, Premiere am 17. August, weitere Vorstellungen am 19., 22., 23., 24. und 25.8., jeweils um 20.30 Uhr. Basis ist das gleichnamige Musikwerk von Charles Yves, eine unvollendet gebliebene, universale Komposition, die sich stilistisch nicht festlegen lässt.

Der renommierte Opern-Regisseur Christoph Marthaler entwirft die komplette Jahrhunderthalle als szenisch-musikalischen Raum, in dem Instrumentalsolisten sowie die Bochumer Symphoniker und ein aus Schauspielern, Tänzen und Sängern bestehendes Ensemble agieren. Aus einer entfernten Zukunft wird auf unser heutiges Leben zurückgeblickt.

„Floß der Medusa“

„Das Floß der Medusa“, Premiere am 31. August, Aufführungen am 1.9. und 2.9., jeweils 21 Uhr. Das Oratorium von Hans-Werner Henze basiert auf der historischen Fahrt der französischen Fregatte „Medusa“, die 1816 vor Afrika auf Grund lief. Rettungsboote gab es nur für europäische Kaufleute und Offiziere, 150 Matrosen, Soldaten, Arbeiter wurden auf einem Floß ihrem Schicksal überlassen – Analogien zum heutigen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind offenkundig. Die Leitung hat der Film- und Musiktheaterregisseur Kornél Mundruczo; Steven Sloane dirigiert die BoSy, das Chor Werk Ruhr und die Zürcher Sing-Akademie.

„Filiseti Mekides“

„Filiseti Mekides (In Search of Sanctuary)“, Aufführungen am 5. und 6. September, jeweils um 21 Uhr. Es geht um Migration und die Suche nach Zufluchtsorten: Alle Kreaturen teilen diese Erfahrungen, alle suchen einen sicheren, geschützten Ort.

Der US-Avantgarde-Musiker Elliott Sharp nähert sich dem Ur-Thema mit typischen Kompositions- und Spielweisen: Aus chaotischen Strukturen erwachsen vertrackte rhythmische Muster. Multiperspektivische Videos verknüpfen Klang und visuelle Aktion.

„Preenactment“

„Training für die Zukunft – Ein Preenactment“. Das partizipative Projekt bietet Vorträgen und Diskussionen darüber, wie die Zukunft „wieder zurückgefordert werden kann“. Es findet am 8. September statt und ist ausverkauft.

Tanzcollage „Exodos“

„Exodos“, Premiere am 15. September, Aufführungen am 16., 19. und 20.9., jeweils um 20 Uhr. Auch bei dem Tanz-basierten Abend geht es um zutiefst menschliche Gefühle. Die Choreographin Sasha Waltz widmet sich dem kollektiven Körper jener, die ausgehen, um einzutauchen. Die Auswege aus dem materiellen Raum suchen, um in Räume aus Klang und Licht vorzudringen. Tanz offenbart sich dabei als Technik des Hervorrufens von Ausnahmezuständen, in denen das Menschliche sich selbst erfasst. Das Publikum wird in die Aufführung eingebunden.

>>> INFO: Gesprächsrunde mit Intendantin Carp

  • Ein weiterer Bochumer Programmpunkt ist die Diskussionsrunde „Free Speech“ am Samstag (18.) um 15 Uhr in der Turbinenhalle. Die mit Spannung erwartete Veranstaltung mit Intendantin Carp ist kostenlos, man braucht aber Platzkarten.

  • Tickets und Informationen unter 0221/28 02 10 und www.ruhrtriennale.de

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