Musik

Beethovens Sechste als Klanginstallation im Landschaftspark

Freuen sich auf die „Symphonic Soundscape“ mit Beethovens sechster Symphonie, der „Pastorale“, aus 13 Lautsprechern im Landschaftspark Nord (11.-13. September).

Freuen sich auf die „Symphonic Soundscape“ mit Beethovens sechster Symphonie, der „Pastorale“, aus 13 Lautsprechern im Landschaftspark Nord (11.-13. September).

Foto: STEFAN AREND / FFs

Duisburg.  60 Stunden lang non-stop Beethoven im Duisburger Landschaftspark Nord: Die Soundinstallation des Künstlers Werner Cee hat 13 Stationen.

Es wird noch fleißig gewerkelt rund um die stillgelegten Hochöfen des Duisburger Landschaftsparks Nord. Am Freitag ab 12 Uhr werden die mächtigen Kathedralen der Industriekultur 60 Stunden lang non-stop im Zeichen Ludwig van Beethovens beschallt und illuminiert. An 13 Stationen ertönen aus über 100 Klangquellen Fragmente aus Beethovens sechster Symphonie, der „Pastorale“. „A Symphonic Soundscape“ nennt sich das aufwändige audiovisuelle Projekt, das der Komponist und Installationskünstler Werner Cee für die bundesweit agierende Dachorganisation der Beethoven-Feierlichkeiten „BTHVN 2020“ kreierte. Geplant bereits für den Mai, sind die Veranstalter überglücklich, die Installation trotz der Corona-Einschränkungen endlich realisieren zu können.

In Beethovens „Pastorale“ erntet der Mensch die Früchte, die er sich in der zeitgleich entstandenen 5. Symphonie erkämpfen musste: Der Mensch lebt friedlich in Einklang mit der Natur. Dass die an sich stummen Zeugnisse der industriellen Blütezeit in kurzer Zeit von der Natur zurückerobert wurden, verleiht Beethovens sanften Klängen in den grün überwucherten Stahl- und Eisenszenerien zusätzliche Reize. Wenn bei Beethoven die Vögel zwitschern und die Bäche plätschern, wenn die Hirten zum Dankesgesang anstimmen, bietet der Landschaftspark eine einerseits kontrastierende, andererseits sich annähernde Kulisse. Der Besucher kann bis Sonntagnacht durch die zerklüfteten Denkmäler wandeln, in denen Stahl, Natur, Klang und Licht miteinander verschmelzen.

Klangsplitter vereinigen sich zur bizarren Collage

Cee stützt sich auf eine eigens für die Produktion erstellte Einspielung der Symphonie durch das Radio-Symphonie-Orchester Berlin. Daraus isolierte er einzelne Fragmente, mitunter auch nur einige wenige Orchesterstimmen oder Akkorde, die den Besucher an den 13 Stationen der gewaltigen Installation erwarten und immer wieder für Überraschungen sorgen. Je nach Standpunkt überschneiden sich die Klangsplitter und vereinigen sich zu einer bizarren Collage. Illuminationen sorgen für optische Anreize.

Der Eintritt ist frei, die Installation erstreckt sich über zwei begehbare Etagen, die auch neue Einblicke in den Park ermöglichen. Cee, der bereits etliche großangelegte Installationen im In- und Ausland geschaffen hat, sah sich durch die immensen Ausmaße der Hochofenanlage einer besonderen Herausforderung ausgesetzt, die eine zweijährige Planung erforderte. Beethoven in der unvergleichlichen Kulisse der Hochöfen zum Klingen zu bringen, diese Aufgabe motivierte den Künstler zu einem außergewöhnlichen Projekt, von dessen Qualitäten sich die Besucher überzeugen können..

Beginn: Freitag, 12 Uhr. Weitere Informationen: www.de-symphonic.de. Ort: Landschaftspark Nord, Duisburg, Emscherstr. 72.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben