Klassik

Bartoli begeistert Kölns Philharmonie als Vivaldi-Heroine

Cecilia Bartoli, hier bei einem gefeierten Auftritt in der Essener Philharmonie.

Cecilia Bartoli, hier bei einem gefeierten Auftritt in der Essener Philharmonie.

Foto: Sven Lorenz

Köln.   Vor ihrem Dortmunder Vivaldi-Abend feierte Cecilia Bartoli mit dem gleichen Programm Triumphe in Köln. Das Publikum tobte.

20 Jahre wartete die Fan-Gemeinde von Cecilia Bartoli auf eine Fortsetzung ihrer Beschäftigung mit den Opern Antonio Vivaldis. Zeitgleich mit der Veröffentlichung der neuen CD „Viva Vivaldi!“ startet die Mezzosopranistin nun eine ausgedehnte Europa-Tournee. Der Auftakt in der nahezu ausverkauften Kölner Philharmonie (heute, 20h, singt sie das Programm im Konzerthaus Dortmund) erbrachte den erwarteten Erfolg – zu Recht: Bartolis allürenfreie Bühnenpräsenz, ihre gesangstechnische Perfektion und stilistische Wandlungsfähigkeit festigt ihren Kultstatus im Opernbetrieb.

Nicht zu vergessen die bemerkenswerte Kondition: Über zwei Stunden agierte sie auf der Bühne, um dann mit mit einem üppigen Zugabenteil von Stück zu Stück noch stärker aufzudrehen, wobei sie neben Vivaldi auch noch Edles von Mozart und Gershwin ertönen ließ. Aus den 50 mehr oder weniger vollständig erhaltenen Opern Vivaldis stellte die Bartoli zehn Arien zusammen, die seine Spannbreite von der aufgewühlten Rache-Arie bis zur erschütternden Elegie in Beziehung zu seiner Instrumentalmusik setzen sollen.

Die grandiose Cecilia Bartoli zeigt auch mit 52 nicht die geringste Verschleißerscheinung

Auch wenn die Arien nicht die wuchernde Experimentierfreude aufweisen wie die „Vier Jahreszeiten“, sind ähnliche Klangmalereien zu erleben. Wichtiger für die Oper ist ohnehin der Affektgehalt, der Stimmungswert der Musik. Und mit ihrer verschleißfreien Stimme kann sich die Sängerin durch den Gefühlsdschungel der Arien sicher wie auf einer Tastatur bewegen.

Das Publikum reagierte mit orkanartiger Vehemenz. Es spricht für Cecilia Bartoli (52), dass sie den Beifall immer wieder auf die fabelhaften Streicher und Bläser der „Les Musiciens du Prince“ aus Monaco ableiten wollte. Ein Orchester unter Leitung von Gianluca Capuano, das Vivaldis Musik quicklebendig, hoch virtuos und mit gertenschlanker Tongebung dahintupfte.

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