NEUES ALBUM

Auf „Rammstein“ präsentiert sich die Band zum Fürchten gut

Rammstein feierte Triumphzüge von der amerikanischen Westküste bis ins allertiefste Sibirien – jetzt will die Band mit ihrem neuen Album „Rammstein“ erneut Erfolgsgeschichte schreiben.

Rammstein feierte Triumphzüge von der amerikanischen Westküste bis ins allertiefste Sibirien – jetzt will die Band mit ihrem neuen Album „Rammstein“ erneut Erfolgsgeschichte schreiben.

Foto: Olaf Heine/Universal

Essen.  Am Freitag erscheint das neue Album von Rammstein. Es trägt zwar den schlichten Titel „Rammstein“ – doch die Band feuert aus allen ihren Rohren.

Sie fackelten wirklich lange mit ihrem siebten Studioalbum, das am Freitag erscheint und schlicht „Rammstein“ heißt. Und immer mal wieder mussten sich alle Interessierten gar fragen, ob das überhaupt noch einmal etwas werden würde – oder ob die kreative Wucht dieser sechs Männer, die bis auf Bassist Oliver Riedel ja bereits länger als ein halbes Jahrhundert auf Erden wandeln, womöglich nicht mehr ausreicht für ein weiteres Werk.

Doch 24 Jahre nach ihrem Debüt „Herzeleid“ und zehn Jahre nach dem letzten Werk „Liebe ist für alle da“ feuern Rammstein nun aus allen ihren Rohren. Man sollte sich das ja nicht zu einfach vorstellen, nach legendär-brachialen Liedern wie „Mutter“, „Engel“ oder „Mein Teil“, mit denen die sechs Wahl-Berliner um die ganze Welt gereist sind und Triumphzüge von der US-Ostküste bis ins allertiefste Sibirien feierten, noch neue Songdiamanten zu schürfen, die es mit dem Frühwerk aufnehmen können. Ein Lied heißt gleich so, „Diamant“ ist das mit knapp zwei Minuten Laufzeit kürzeste, eine schlichte, zärtlich ergreifende und, naja, einfach nur schön pathetische Liebeserklärung – ganz ohne erkennbaren Abgrund.

Überhaupt, die Burschen waren echt auch schon mal böser. Sänger Till Lindemann und Kollegen haben mit dem Produzenten Olsen Involtini ein für ihre Verhältnisse sehr bekömmliches Album eingespielt. Trotz immer wieder einsetzender harter Gitarren dürfte Rammstein noch nie so melodisch und regelrecht freundlich geklungen haben wie auf diesem Album. Erregungsökonomisch ging es zwar steil nach oben, sobald die ersten Sekunden veröffentlicht waren, weil das Video zur Vorab-Single „Deutschland“ die Musiker als offenkundig kurz vor der Hinrichtung stehende KZ-Insassen zeigt. Letztlich war doch nur wieder viel Krawall und kaum Skandal, vielmehr ein weiteres geschicktes Spiel mit der Teutonenhaftigkeit. Aber weitere Kontroversen rund um dieses Album werden nach „Deutschland“ nicht mehr folgen.

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