Kino

„Anna und die Apokalypse“ kommt ins Kino

Szene aus „Anna und die Apokalypse“

Szene aus „Anna und die Apokalypse“

Foto: Splendid

.   Zombie-Streifen mit Herz? Irgendwie anders als so viele Untoten-Orgien fällt „Anna und die Apokalypse“ aus: Er macht Musik!

An einer Schule am Rande Londons herrscht aufgeräumte Stimmung, denn die Vorbereitungen für die neue Weihnachtsshow sind in vollem Gange. Stress mit dem tyrannischen, besserwisserischen, zunehmend unberechenbar ungerechten Rektor, aber auch zarte Liebesbande untereinander halten die Schüler auf Trab. Die Meldungen über einen bizarren Virus bekommt keiner mit. Dann schlurfen erste Untote durch die Straßen und fallen Lebende an.

Faszinierend, hätte Mr. Spock angesichts von „Anna und die Apokalypse“ gesagt, auch wenn der Film nach halbwegs freundlichem Beginn immer blutiger wird, was kaum ausbleiben kann, wenn die Toten ein gefräßiges Eigenleben entwickeln. 13 Jahre nach Britanniens Kultklassiker „Shaun of the Dead“ und nach gefühlt mindestens doppelt so vielen Zombie-Apokalypsen ist es ein kleines Kinowunder, dass Regisseur John McPhail eben nicht nur Blutorgien auslöst, sondern vor allem mit Witz und Herz punktet.

„Anna und die Apokalypse“ ist ein Zombie-Film mit frischen Musical-Elementen

Dieser Film funktioniert so prächtig, weil er ein Musical ist. Es wird gesungen und getanzt wie in „LaLaLand“, aber die Engländer bieten gegen Hollywood weit weniger glatte Songs auf, rausgehauen von griffigen Typen mit gut geerdeten Stimmen. Das ist dann auf seine Weise so frisch und authentisch, wie schon die Ghetto-Stimmung in „Attack the Block“ den Nagel auf den Kopf traf.

Als Bonbon gibt es ein paar herrlich gegen den Strich gebürstete Typen und die Ansage, dass es vor allem die netten Typen sind, die ins Gras beißen müssen. Und am Steuer: die Mädchen. So macht Apokalypse Spaß.

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