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Am Wochenende startet die „Maker Faire“ in Dortmund

Das Atelier von Thomas Zigahn in Dortmund. Der Künstler stellt aus alten, gebrauchte Dingen neues her.

Foto: Ralf Rottmann

Das Atelier von Thomas Zigahn in Dortmund. Der Künstler stellt aus alten, gebrauchte Dingen neues her. Foto: Ralf Rottmann

Essen.   In der Dortmunder DASA trifft sich zum dritten Mal die Szene der kreativen Tüftler. Mit dabei. Thomas Zigahn, der Müll eine zweite Chance gibt.

„Huch, da steckt ja noch eine Scherbe drin!“ – Thomas Zigahn (großes Foto) blickt auf den ausrangierten Fahrradmantel in seiner Hand und knibbelt den Glassplitter aus dem Gummi. Wieso er sich die Mühe macht? Weil der abgefahrene Reifen nicht etwa Abfall ist, sondern ein cooler Gürtel – und ein echter Verkaufsschlager am Stand des 35-Jährigen auf der Maker Faire Ruhr am Wochenende.

Zum dritten Mal treffen sich die „Maker“ in der Dortmunder DASA, und Thomas Zigahn ist zum dritten Mal dabei. Denn er ist genau das: ein echter „Macher“. Womit in diesem Fall kein aktionistischer Manager gemeint ist, sondern ein Macher im Wortsinn. Thomas Zigahn macht Sachen – und zwar aus Müll.

Das sogenannte Upcycling ist eine von vielen Facetten der Maker-Bewegung – und für Thomas Zigahn nicht etwa nur ein Hobby. Er lebt das Upcycling. „Alles in diesem Raum“, er lässt den Blick durch seine Werkstatt im Dortmunder Unionviertel schweifen, „war mal Müll.“ Jetzt stapeln sich in den Regalen Schlüsselanhänger aus Kronkorken, Uhren aus Schallplatten – oder auch Notizbücher mit Einbänden aus Disketten oder Floppy-Disks. Zigahn: „Die waren nicht mehr beschreibbar, jetzt sind sie’s wieder.“

Eine Tasche aus Getränkekartons

An Rohstoffen und Ideen für Produkte herrscht kein Mangel. „Aus 20 Getränkekartons wird eine Tasche“, erklärt der Dortmunder Maker, „Disketten liegen in jedem Keller ‘rum. Und bei Schallplatten habe ich schon einen Annahmestopp.“

„Tanz auf Ruinen“ heißt das Label, unter dem der gebürtige Dinslakener seine Produkte unter die Leute bringt. Aber nicht nur die, auch die Philosophie dahinter: Nachhaltigkeit lautet die Devise. Als echtem Maker geht es Thomas Zigahn um den Austausch, die Vermittlung von Ideen. Heißt: In der DASA kann man Kronkorken-Schlüsselanhänger oder Tetrapak-Portemonnaies nicht nur kaufen, sondern auch selber machen. Am „Tanz auf Ruinen“-Stand gibt’s das Material, die Anleitung sowie Hilfestellung von seinem „Designer“. „Ich will, dass die Leute einfach mal machen. Und sie sollen dabei merken, dass man alles selber machen kann.“

Zum Upcycling kam der studierte Sonderpädagoge durch seinen Arbeit in einem Jugendzentrum: „Die Jugendlichen haben immer ihren Müll liegen lassen. Ich wollte sie für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren.“

Nicht nur auf Messen und Events wie der Maker Faire, auch in Workshops demonstriert Thomas Zigahn heute seine Idee vom Upcycling. Neu ist der Trend nicht: „Schon nach dem Krieg hat man alte Fahrradreifen zu Gürteln verarbeitet“, weiß Zigahn, „damals hat man dazu einfach ,aus Alt mach Neu’ gesagt.“ Doch egal, wie man die kreative Müllverwertung nennt – wichtig ist nur eines: Man muss es einfach machen.

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