Orchester

Wer Schlagwerk spielt, hat viele Talente

Leonhard Vieregge vom Kinderorchester NRW

Leonhard Vieregge vom Kinderorchester NRW

Foto: KIO

Leonhard spielt nicht nur Trommel, Pauke, Glockenspiel, Xylophon und Vibraphon. Der 13-Jährige beherrscht noch viele andere Instrumente.

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In den Osterferien früh um halb acht aufstehen? Das klingt ungemütlich. Die Mädchen und Jungen vom Kinderorchester NRW (KIO) haben es trotzdem eine Woche lang gemacht. Nach jedem Frühstück im Musikbildungszentrum Bad Fredeburg ging es gleich zur Instrumentenprobe. Nachmittags hat das KIO die Stücke für „Wenn zwei sich streiten…“ durchgespielt. Die Konzertreihe startet in einer Woche.

Vor der letzten Probe der Orchesterfahrt nimmt der 13-jährige Leonhard ganz hinten im Probensaal Platz. Dort steht das Schlagwerk. Xylophon, Glockenspiel, Glockenröhren und natürlich Becken, Pauken und große Trommel. Die Instrumente stehen aber nicht nur hinten, weil sie sehr laut sind. „Es ist ein maßloses Vorurteil, dass Schlagzeuger nicht leise spielen können“, stellt Leonhard energisch klar, „das können wir nämlich wohl!“

Frühes Aufstehen

Das frühe Aufstehen macht ihm nichts aus. „Ich werde generell gegen sechs Uhr wach.“ Obwohl… manchmal hat es doch etwas länger gedauert, bis es abends ruhig war in den Schlafräumen. Einmal haben die Kinder sogar versucht, nachts eine Flurparty steigen zu lassen. „Das hat aber nicht geklappt, eine Betreuerin hat die ganze Nacht den Flur kontrolliert.“

Als Leonhard sich im Probensaal hinten an die Pauke setzt, ist er jedenfalls fit. Die Anordnung hat übrigens auch praktische Gründe. Leonhard gehört zu den Kinderorchester-Musikern, die ihre Instrumente nicht mit in einen Konzertsaal bringen. Sie werden wegen ihrer Größe und der Menge vorher schon dort aufgestellt. Es macht also Sinn, dass sie die anderen Musiker umrahmen.

Im Alter von fünf Jahren hat Leonhard mit Schlagzeugunterricht angefangen. Getrommelt hat er schon viel länger: „Mit drei Jahren hab ich mir aus sechs Töpfen mit unterschiedlichem Klangfarben und Topfdeckel als Becken mein eigenes Schlagzeug gebaut.“ Ein Musiklehrer hat schließlich sein Talent für die Schlagwerk-Vielfalt entdeckt.

Achtung Trollalarm!

Seitdem ist es in seinem Zimmer daheim in Lemgo eng geworden. Dort stehen nicht nur ein Schlagzeug und ein Marimbaphon, sondern auch ein Regal voller Schlagwerkinstrumente wie Kastagnetten, Klanghölzer, Woodblocks, Shaker und Rasseln.

Während des Konzerts sitzt der 13-Jährige oft an den Pauken. Nur bei dem Stück „Trollalarm“ spielt er die große Trommel. Das Stück wurde extra für diese Arbeitsphase komponiert, erzählt Leonhard: „Es geht dabei um Trolle im Internet, die das Zusammenleben im Netz stören.“ Er übernimmt das Trollkommando, die anderen Trolle – drei Posaunen und eine Trompete – stimmen ein. „Ich darf 20 Sekunden machen, was ich will, das ist ziemlich spaßig“, freut sich Leonhard. Und nur dann wird es kurz doch so richtig laut.

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