Film

Was Kinder auf der ganzen Welt glücklich macht

Diese Kinder leben in dem afrikanischen Land Tansania.

Diese Kinder leben in dem afrikanischen Land Tansania.

Foto: Dennis Schütze

Christof Balling hat Kinder in Deutschland und in Tansania besucht, um ihnen Fragen zum Thema Glück zu stellen. Daraus ist ein Film entstanden.

Was macht dich glücklich? Das hat Christof Balling verschiedene Kinder gefragt. Dazu ist er sogar bis in das afrikanische Land Tansania geflogen. Immer mit dabei: seine Gitarre! Die musikalische Reise ist in dem Film „Kinderwelten“ festgehalten. Im Gespräch erzählt er, was ihn bei den Dreharbeiten am meisten beeindruckt hat und wieso Musik dabei so wichtig war.

Wie sind Sie auf die Idee zum Film gekommen?

Die DAHW besucht oft den Kindergarten, in dem ich arbeite. Eine Mitarbeiterin erzählt dann, wie Kinder in anderen Ländern leben. Dazu hat sie bisher immer nur Poster oder Dias gezeigt. Irgendwann ist deshalb die Idee entstanden, dass wir eigentlich mal einen Film bräuchten.

Wieso haben Sie sich neben Deutschland auch das Land Tansania als Drehort ausgesucht?

Die DAHW ist schon sehr lange in Tansania aktiv. Und eines Tages war Grace bei uns im Kindergarten zu Gast. Ihre Aufgabe in Tansania ist es, Kindern mit Behinderungen in ihren Alltag einzubeziehen. Viele Menschen dort glauben, dass diese Kinder verhext seien. Deshalb werden sie von anderen ausgeschlossen. Grace hat sich einen Film für beide Länder gewünscht, der zeigt, dass Kinder nie ausgeschlossen werden sollten.

Wie liefen die Dreharbeiten in Deutschland ab?

Ich war zwei Mal an einer Ganztagsschule in der Stadt Würzburg, um erst einmal mit den Kindern nur zu singen. Das war ein sehr lustiges Miteinander. Deshalb habe ich gefragt, ob sie Lust hätten, beim Film mitzumachen. Daraufhin haben sich ganz viele Kinder gemeldet. Wir haben uns dann an einem Freitagnachmittag an einem Spielplatz getroffen und gedreht. Zuerst haben wir wieder gesungen und dann habe ich jedem Kind noch drei Fragen gestellt. Die Kinder wussten aber vorher nicht, worum es geht.

Und in Tansania?

Nachdem wir in Deutschland fertig waren, habe ich mit Grace telefoniert und mit ihr einen Termin ausgemacht. Wir waren dann an zwei Schulen, an denen die Kinder sehr interessiert waren. Für sie waren wir etwas ganz Besonderes, weil sie vorher noch nie weiße Menschen gesehen hatten. Als wir dann zusammen Musik gemacht haben, waren sie sehr fröhlich. Aber als wir ihnen die drei Fragen gestellt haben, waren sie extrem schüchtern.

Woran lag das?

Ich kann das natürlich nur vermuten. Aber der Unterricht dort verläuft so, dass die Lehrer eine Rute in der Hand halten. Uns wurde versichert, dass damit meistens nur gedroht wird. Aber die Rute verbreitet trotzdem Angst. Die Kinder versuchen deshalb zu erahnen, was die Lehrer hören wollen. Sie sind also nicht geübt darin, Fragen wie die unseren frei zu beantworten.

Was hat Sie beim Dreh am meisten beeindruckt?

Beeindruckt haben mich die Gemeinsamkeiten der Kinder in Deutschland und Tansania. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass es bei allen auf das Gleiche hinausläuft: Kinder sind glücklich, wenn sie mit anderen Kindern spielen können. Und sie sind unglücklich, wenn sie ausgeschlossen werden. Die Kinder in Tansania haben kein Spielzeug, kaum Kleidung und bekommen nur einmal am Tag etwas zu essen. Trotzdem wünschen sie sich erst einmal nur, dass die anderen Kinder mit ihnen spielen.

Wieso spielt Musik eine so wichtige Rolle in Ihrem Film?

Beim gemeinsamen Musikmachen kommt man sofort in einen sehr schönen Kontakt. Wenn wir ohne Musik zu den Kindern gekommen wären, hätten sie sicher ganz anders reagiert. Musik war also wie eine Art Türöffner, um in die Herzen der Kinder zu gelangen. Bei meinen Liedern sollen Kinder aber auch immer einen Teil mitmachen können, ins Lied eintauchen und dabei die anderen Kinder sehen. So erleben sie sich als Teil einer Gemeinschaft.


>>> Die DAHW

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. ist eine Hilfsorganisation, die medizinische und soziale Projekte in verschiedenen Ländern umsetzt. Dabei möchte die DAHW besonders Menschen mit ausgrenzenden Krankheiten und Behinderung helfen.

Der Film „Kinderwelten“ und weitere Informationen zum Bildungsprojekt sind im Internet zu finden unter www.dahw.de/Kinderwelten.

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