Projekt

Umsonst wohnen und Kindern bei der Bildung helfen

Michelle Adam, Bildungspatin (2.v.r.), und Gina (r) lernen mit den Schülern Ismail (l), Kaan und Zeidan im Haus von "Tausche Bildung für Wohnen" in Marxloh.

Michelle Adam, Bildungspatin (2.v.r.), und Gina (r) lernen mit den Schülern Ismail (l), Kaan und Zeidan im Haus von "Tausche Bildung für Wohnen" in Marxloh.

Foto: dpa/Ina Fassbender

Ein Projekt in der Stadt Duisburg sorgt für großes Aufsehen. Junge Erwachsene geben Schülern gratis Nachhilfe und dürfen dafür kostenlos wohnen.

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In dem Duisburger Stadtteil Marxloh gibt es ein ganz besonderes Projekt, mit dem Kindern geholfen wird. Es heißt „Tausche Bildung für Wohnen“. Das Projekt hat in diesem Jahr schon wieder einen Preis gewonnen, weil es so erfolgreich ist. Aber worum geht es dabei eigentlich?

Bei „Tausche Bildung für Wohnen“ geht es, wie der Name schon sagt, um einen Tausch. Junge Menschen – wie zum Beispiel Studenten – kümmern sich um sechs- bis zwölfjährige Kinder, denen das Lernen in der Schule schwer fällt. Die jungen Leute werden dann Bildungsparten genannt.

Als Ausgleich für ihre Hilfe dürfen die Bildungspaten gratis in einer Wohnung wohnen und bekommen etwas Taschengeld. Michelle Adam ist so eine Bildungspatin. Sie kümmert sich regelmäßig um Schüler wie zum Beispiel Ismail, Kaan und Zeidan.

Keine teure Nachhilfe

Das bedeutet: Michelle geht vormittags mit den Kindern in die Schule und hilft ihnen dort. Nachmittags lernen sie zusammen oder spielen etwas. Das Besondere für die Schüler ist, dass sie Michelles Hilfe gratis bekommen. Ihre Eltern müssen ihr also keinen teuren Nachhilfe-Lehrer bezahlen.

Außerdem gibt es in Duisburg extra eine Wohnung (die sogenannte Tauschbar), in der sich die Kinder mit ihren Bildungspaten treffen. Dort können sie dann in Ruhe lernen. Denn viele der Kinder, die das Projekt „Tausche Bildung gegen Wohnen“ unterstützt, haben mehrere Geschwister und kein eigenes Zimmer. Deshalb ist es bei ihnen zu Hause oft zu laut, um in Ruhe lernen zu können.

Bald auch in anderen Städten

Damit dieses Projekt gut funktioniert, müssen aber viele Helfer und Organisationen gut zusammenarbeiten. Die Wohnungen, in denen die Bildungspaten kostenlos wohnen, wurden zum Beispiel gespendet. Außerdem helfen die Bildungspaten nicht nur ihren Patenkindern, sondern auch in Einrichtungen der Stadt oder der Kirche, wie zum Beispiel auf Sportplätzen oder in Jugendzentren.

Weil die Bildungspaten manche dieser Orte gratis mit ihren Patenkindern benutzen dürfen, müssen die Paten dort auch einen Teil ihrer Zeit verbringen und helfen. Und falls an einer Stelle Geld fehlt, unterstützt auch der Staat das Projekt.

„Tausche Bildung für Wohnen“ hat durch seinen Erfolg in Duisburg für sehr viel Aufsehen gesorgt. Deswegen soll es das Projekt bald auch in anderen Städten geben. Noch in diesem Jahr wird es in Gelsenkirchen starten. Im nächsten Jahr sollen dann auch in Dortmund die ersten Bildungspaten ihre Patenkinder beim Lernen unterstützten.

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