Hunde und Kaninchen

Tierischer Besuch in der Kinderklinik

Bianca Terhürne kommt mit ihren Tieren einmal pro Woche in die Kinderklinik. Hier kuschelt Jeremy mit Pudel Flocke.

Foto: Volker Hartmann

Bianca Terhürne kommt mit ihren Tieren einmal pro Woche in die Kinderklinik. Hier kuschelt Jeremy mit Pudel Flocke.

Dortmund.   In der Dormunder Kinderklinik kommen einmal in der Woche Besucher auf vier Beinen zu den Patienten. Die Kinder können viel mit den Tieren machen.

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Kaninchen Bambi hat es sich auf Louis’ Schoß gemütlich gemacht. Ins wuschelige, lange Fell des Kaninchens gräbt der Siebenjährige ganz vorsichtig seine Hände. „Man kann den Herzschlag spüren“, sagt er. In seiner Stimme liegen Begeisterung und Erstaunen. Erstaunt sind manche hier im Spielzimmer in der siebten Etage der Dortmunder Kinderklinik. Jeremy etwa hatte sich seinen Krankenhausaufenthalt so nicht vorgestellt, er sagt: „Gestern gab es Musik und jetzt sind hier Tiere. Das hätte ich nie erwartet.“

Erste Kinderklinik in ganz Deutschland

Tiere im Krankenhaus – das gibt es auch nicht so oft. Und schon gar nicht in einem Krankenhaus für Kinder. Genau genommen ist die Dortmunder Kinderklinik die erste in Deutschland, die Tiere zur Therapie einsetzt. Kaninchen Bambi und seine vier tierischen Kollegen kommen einmal in der Woche vorbei. Einer von Bambis Kollegen heißt Fantasy, genau wie Bambi ein kleines wuscheliges Teddykaninchen. Dann sind da die kuscheligen Zwergpudel Flocke und Lumpi. Und es gibt Blume, die Jüngste: Ein deutsches Riesenkaninchen – größer als Fantasy und Bambi zusammen und mit

mächtig großen Löffel-Ohren ausgestattet. Sie ist ganz schön verspielt und immer auf der Suche nach etwas Essbarem.


Zu Essen gibt es jede Menge. Das hat Bianca Terhürne mitgebracht. Ihr gehören die Tiere (und noch knapp 100 weitere, aber die dürfen nicht ins Krankenhaus). Auf dem Speiseplan stehen Paprika und grüne Salatblätter. Bambi liegt nun auf dem Schoß von Jeremy, der Zehnjährige hält ihr ein Stück Paprika hin. Sie mümmelt es mit kleinen schnellen Kaninchenbissen. „Guck mal, wie sie aussieht“, jubelt Jeremy lachend. „Sie hat voll den roten Bart. Kann ich sie saubermachen?“ Bianca Terhürne reicht ihm ein Tuch. Die Kinder und die Tiere und Bianca sitzen alle zusammen auf Teppichen und Decken auf dem Boden. Die Kinder beschmusen, füttern, bürsten die Tiere oder schauen sie einfach an. Die Stimmung ist lustig und entspannt.

Tiere kann man nicht so nebenbei bespaßen

Plötzlich klingelt ein Handy. Wer ist das? Telefoniert wird aber bitte draußen. „Entweder ihr kümmert euch um die Tiere oder ihr telefoniert. Beides geht nicht“, sagt die erfahrene Therapeutin Bianca Terhürne.


Flocke hat es sich derweil auf dem Rücken bequem gemacht. Die Zwergpudeldame mit den lockigen Haaren lässt sich gerade von Maya streicheln. Maya ist drei Jahre alt und ein klein wenig schüchtern. „Wenn sie so auf dem Rücken liegt“, erklärt Bianca, „dann will sie, dass du ihr den Bauch streichelst“. Louis macht es vor und schon streckt auch Maya ihre Hand zu Flockes Bauch. Ganz vorsichtig.


Als der Nachmittag viel zu schnell vorüber ist, wirken alle zufrieden. Und was bestimmt einigen Kindern durch den Kopf geht, das fasst Louis in Worte: „Papa, ich hätte gerne ein Kaninchen. Die sind so warm und weich.“

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