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Tattoo? Bitte gut überlegen...

Ob dem Jugendlichen das Tattoo in 40 Jahren noch gefällt?

Ob dem Jugendlichen das Tattoo in 40 Jahren noch gefällt?

Foto: dpa

Wer sich tätowieren lässt, darf nicht vergessen: Das Bild hält ein Leben lang. Paula Roesch sticht ihren Kunden lieber kleine, zarte Kunstwerke.

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Die junge Frau ist wagemutig: „Es darf ruhig ein großes Tattoo werden.“ Paula Roesch schüttelt den Kopf: „Wir fangen klein an!“ Ihr ist es wichtig, dass sich die Kunden genau überlegen, was sie wollen. Schließlich bleibt das Bild ein Leben lang auf der Haut. Deshalb kann man sich bei ihr auch frühestens mit 18 Jahren tätowieren lassen.

Paula Roesch hat Kunst studiert. Eine Freundin brachte sie darauf, mit Tattoos Geld zu verdienen. „Ich hatte selbst kein einziges“, sagt die 32-Jährige. Sie arbeitet seit sechs Jahren in dem Job und trägt bis auf drei kleine Zeichen am Daumen und am Fuß noch immer keine Tätowierungen.

Hand oder Maschine?

Große bunte Bilder werden in dem Kölner Atelier eher nicht gestochen. Paula Roesch (Foto unten) fertigt lieber eigene Kunstwerke aus zarten Linien. Mit einem Spezial-Stift zeichnet sie den Entwurf auf den Arm von Ellen, ihrer Kundin. Sie wischt ihn weg und zeichnet neu. Ellen geht zum Spiegel und schaut sich das Bild an. Das machen die beiden so lange, bis Ellen alles „genau richtig“ findet. Es sind fünf feine Ringe, die sich um ihren Arm winden: „Sie stehen für mich und meinen Mann und unsere drei Kinder.“

Die Kunden lassen sich aus unterschiedlichen Gründen tätowieren. „Manche finden es einfach schön, bei anderen hat es eine tiefe Bedeutung: Erinnerungen an Verstorbene oder eine besondere Leistung.“

Paula Roesch zieht Gummihandschuhe an: „Der letzte Moment, um aufzuspringen!“ Ellen ist sich jedoch sicher, dass sie das Tattoo haben will. Die Künstlerin taucht die Nadel in schwarze Tinte und sticht vorsichtig in die Haut. Die meisten Kollegen nutzen eine Tätowiermaschine, die 10 000 Stiche pro Minute schafft. Paula zieht eine sanfte Technik vor, die sich „Handpoke“ nennt. Sie sticht das Bild Punkt für Punkt mit der Hand, das dauert lange.

Die Narben bleiben

„Obwohl die Technik schonend ist, gibt es durch die Verletzung der Haut immer ein Risiko für Entzündungen“, weiß Roesch. Deshalb ist Sauberkeit wichtig. Warum halten Tattoos so lang? Die Haut schuppt sich doch. Klar, aber sie besteht aus mehreren Schichten. Unter der Oberhaut liegt die Lederhaut, die sich nicht erneuert. Genau da lagern sich die Tätowierfarben ab.

Man kann ein Tattoo mit Lasern entfernen lassen. Doch das ist schmerzhaft und teuer, außerdem bleiben Narben zurück. Gut, dass Paula Roesch oft kleine Bilder sticht. Es gibt viele Menschen, die einen Riesen-Totenkopf auf ihrem Rücken mit 60 nicht mehr cool finden...

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