Helden-Serie

Rettungsschwimmer helfen Menschen im und am Wasser

In der Stadt Essen ist die DLRG viel auf dem Baldeneysee unterwegs.

In der Stadt Essen ist die DLRG viel auf dem Baldeneysee unterwegs.

Foto: Sebastian Bellgardt

Andreas Wagener ist Rettungsschwimmer bei der DLRG. Er hilft Menschen, die im und am Wasser in Not geraten sind.

Ein sonniger Tag am Meer. Kinder buddeln im Sand, Erwachsene liegen entspannt auf ihren Handtüchern. Doch plötzlich herrscht Aufregung am Strand. Ein Kind ist zu weit rausgeschwommen und kommt alleine nicht mehr zurück! Situationen wie diese hat Andreas Wagener schon einige erlebt. Er ist Rettungsschwimmer bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und hilft Menschen in Not.

„Rettungsschwimmer sind gute Schwimmer, die anderen Leuten im Fall der Fälle aus dem Wasser ziehen“, erklärt Andreas Wagener. Damit sie einen guten Überblick über die ganze Situation haben, sitzen Rettungsschwimmer am Strand hoch oben auf Wachtürmen. Von dort aus können sie alles genau beobachten. Und eingreifen, wenn jemand Hilfe benötigt.

Rettungsschwimmer als erste Ansprechpartner

Doch Rettungsschwimmer sind nicht nur am Strand zu sehen, sondern auch an Seen oder in Freibädern. So arbeiten sie manchmal neben dem Bademeister als zusätzliche Aufsicht. Dabei geht es nicht nur darum, untergehende Menschen aus dem Wasser zu ziehen. „Wir sind dort die ersten Ansprechpartner“, sagt Andreas Wagener. Wenn jemand zum Beispiel einen Wespenstich hat oder sich den Fuß verknackst hat, leisten Rettungsschwimmer Erste Hilfe.

Denn ein Erste-Hilfe-Kurs gehört zur Ausbildung eines Rettungsschwimmers ebenso dazu, wie das Ablegen einer Schwimmprüfung. Die Ausbildung ist in drei Stufen aufgebaut. Das Bronze-Abzeichen können sogar schon Zwölfjährige schaffen. Voraussetzung ist der Spaß am Schwimmen und an der Arbeit im Team. „Man braucht kein bestimmtes Schwimmabzeichen, aber man muss natürlich gut schwimmen können“, fügt Andreas Wagener hinzu. Denn erst dann kann man lernen, wie man in einer Notsituation sich und andere rettet.

Weiterbildung zum Luftretter und Bootsführer

Ab 14 Jahren können Jugendliche das Silber- und ab 16 Jahren das Gold-Abzeichen erhalten. „Die meisten Rettungsschwimmer haben aber nur Silber“, so Andreas Wagener. Denn das reicht, um als Badeaufsicht arbeiten zu können. Und dann gibt es noch viele spezielle Weiterbildungen für Rettungsschwimmer. Zum Beispiel die zum Luftretter. „Luftretter werden von einem Hubschrauber zum Unfallort, beispielsweise auf einem See, gebracht und können so schnell helfen, bis Boote kommen“, erklärt der Experte.

Auch zu einem Bootsführer müssen sich Rettungsschwimmer erst richtig ausbilden lassen. Boote sind ein wichtiges Hilfsmittel für ihre Arbeit. „Wenn man hundert Meter gegen Wellen schwimmen muss, ist ein Boot oft schneller da“, weiß Andreas Wagener. Mal sind es kleine Schlauchboote, mal größere Motorboote, mit denen die Rettungsschwimmer rausfahren. Manchmal suchen sie damit auch ein Kind, das die Eltern nicht wiederfinden. „Meistens ist es nicht im Wasser, aber wir schauen trotzdem vorsorglich.“

Im Einsatz bei einer Drachenboot-Regatta

Außerdem können Rettungsschwimmer vom Boot aus gut anderen helfen, die mit ihrem Segelboot oder Kanu umgekippt sind. Dafür fahren sie regelmäßig übers Wasser und halten Ausschau. Bei besonderen Veranstaltungen sind sie dagegen von Anfang an dabei. Andreas Wagener fällt dabei direkt die Drachenbootregatta ein. „Wenn ein Drachenboot umkippt, landen 20 Personen gleichzeitig im Wasser“, erzählt er. Sie werfen dann weiche Schwimmkissen ins Wasser. An denen können sich die Menschen festhalten, bis die Rettungsschwimmer jedem wieder ins Boot geholfen haben.

An eine Rettungsaktion erinnert sich Andreas Wagener außerdem noch ganz genau: „Ich habe gesehen, wie ein Kind mit Schwimmring immer weiter aufs Wasser getrieben ist.“ Er erkannte die Gefahr und reagierte schnell. Doch weil ein starker Wind wehte, war das Schwimmen ziemlich anstrengend. „Man muss sich die Kräfte einteilen. Denn man muss ja nicht nur zur Person hinkommen, sondern auch mit ihr wieder zurückschwimmen“, sagt er. „Das war ganz schön Nerven aufreibend!“ Doch er schaffte es und rettete so das Kind aus einer echten Notsituation.

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