Umwelt

Plantagen statt Regenwald: Wie Palmöl der Umwelt schadet

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So sehen Palmöl-Plantagen in Indonesien aus.

So sehen Palmöl-Plantagen in Indonesien aus.

Foto: dpa

Palmöl steckt in immer mehr Produkten. Dafür wird Regenwald gerodet, um Plantagen anzulegen. Eine App hilft, Inhaltsstoffe zu prüfen.

Ob Margarine, Nuss-Nougat-Creme, Pizza, Tütensuppen, Cremes, Waschmittel, Lippenstift oder Kekse – in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann, steckt Palmöl drin. Es wird aus Ölpalmen gewonnen. In Ländern wie Indonesien und Malaysia, aber auch in Afrika, gibt es riesige Anbauflächen, sogenannte Plantagen. Umweltschützer kritisieren, dass jeden Tag große Waldflächen in Brand gesteckt und auf diese Weise gerodet werden. So entsteht Platz für neue Plantagen.

Die Folgen der Brände sind schlimm. Erstens wird sehr viel Kohlendioxid (CO2) frei, wenn etwas brennt. Die Brandrodungen tragen stark dazu bei, dass der CO2-Anteil in der Atmosphäre steigt. Zweitens werden dabei große Regenwald-Flächen zerstört. Der Regenwald ist wichtig für das Klima der Erde. Außerdem leben hier sehr viele Tier- und Pflanzenarten. Zu den bekanntesten zählen Orang-Utans und Sumatra-Tiger, die vom Aussterben bedroht sind.

Bioanteil in Diesel-Kraftstoff

Palmöl steckt sogar in unseren Autos. Die Europäische Union hat vor Jahren beschlossen, dass im Diesel-Kraftstoff ein wenig Bioanteil drin sein muss. Das kann zum Beispiel Raps- oder Sojaöl sein, aber auch Palmöl. Das Gesetz sollte eigentlich die Umwelt schonen, weil weniger Erdöl für den Diesel verwendet werden muss. Aber die Hersteller nutzen nun vor allem Palmöl, weil seine Herstellung am billigsten ist.

Im Februar hat die deutsche Regierung beschlossen, dass Palmöl als Biokraftstoff schrittweise vom Markt verschwinden soll. Ab dem Jahr 2026 soll Schluss damit sein.

Produkte ohne Palmöl finden

Umweltschützer fordern, beim Einkauf im Supermarkt darauf zu achten, in welchen Produkten Palmöl steckt. Es ist allerdings nicht immer einfach, das zu erkennen. Palmöl kann auch Palmfett heißen oder auch Sodium Laureth Sulfate. Es gibt eine App, mit der man Produkte auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen kann. Sie heißt „Code Check“. Mit ihr kann man Produkte ohne Palmöl finden. Leider gibt es da nicht so eine große Auswahl.

Das Problem ist: Andere Öle wie Sojaöl oder Kokosöl sind nicht besser als Palmöl. Sie brauchen sogar noch größere Anbauflächen. Eine bessere Lösung ist daher, weniger Fertigprodukte und Süßigkeiten zu essen und so den Palmöl-Verbrauch zu verringern. Was gut ist: Bewusster zu essen, ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit.

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