Kinderrechte

Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention wird groß gefeiert

Kinder aus Cajamarca demonstrieren für die Kinderrechte.

Kinder aus Cajamarca demonstrieren für die Kinderrechte.

Foto: Kindermissionswerk

Vor 30 Jahren wurden die Rechte für Kinder von den Vereinten Nationen aufgeschrieben. Das wird am Mittwoch überall auf der Welt gefeiert.

Die Stadt Cajamarca liegt in Peru. Am Mittwoch werden hier Kinder mit selbstgebastelten Plakaten durch die Straßen ziehen. Wie immer am 20. November. An diesem Tag feiern die Kinderrechte ihren Geburtstag. Diesmal gibt es sogar ein Jubiläum. Vor genau 30 Jahren wurden die Rechte für Kinder in der UN-Kinderrechtskonvention formuliert. Die Kinder in Cajamarca und in vielen anderen Städten der Welt feiern mit!

Die peruanischen Kinder mit den Plakaten werden von der Hilfsorganisation Micanto betreut. Viele der vier- bis 17-jährigen Kinder gehen arbeiten und unterstützen so ihre Familien mit Geld. Das ist kein einfaches Leben. Micanto will die Jungen und Mädchen in ihrem Recht auf Bildung bestärken und sie dabei unterstützen, Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Armut spielt eine große Rolle

Hilfe kommt dabei auch aus Deutschland. Micanto gehört zu den Organisationen, für die die Sternsinger jedes Jahr im Januar Geld sammeln.

Armut spielt in Cajamarca eine große Rolle, erzählt Regina Eckert de Villanueva. Sie hat die Organisation Micanto im Jahr 2005 mitgegründet. „Armut bedeutet vor allem, dass man sehr wenig Sicherheit hat. Dass man tatsächlich schauen muss, wie man den nächsten Tag überlebt. Das bezieht sich oft auf die Ernährung, setzt sich aber auch im Gesundheitsbereich fort. Sobald jemand in der Familie krank wird, reißt das tiefe Löcher in den Haushalt. Die meisten dieser Menschen sind nicht versichert und müssen alles selbst zahlen, wenn sie krank sind.“

Micanto klärt die Kinder und Jugendlichen über ihre Rechte auf und gibt ihnen Nachhilfe und Förderunterricht. „Die Kinder haben Fähigkeiten und Stärken, die nur darauf warten, entdeckt zu werden“, sagt eine Mitarbeiterin.

Was sich Kinder wünschen

Zum 30. Geburtstag der Kinderrechte hat die Hilfsorganisation Unicef eine deutschlandweite Umfrage gestartet. Sie wollte von Kindern und Jugendlichen wissen, was ihnen wichtig ist: in ihrer Stadt, in ihrer Schule, in ihrer Freizeit. Was würden sie tun, wenn sie Bürgermeister oder Bürgermeisterin wären? 12.000 Kinder haben geantwortet.

Wichtiges Ergebnis der Studie: Kinder und Jugendliche möchten mehr mitbestimmen. Nur 22 Prozent der Befragten können bei politischen Entscheidungen in ihrer Stadt oder ihrem Dorf mitreden. Der Wunsch, die eigene Zukunft mitzugestalten, ist aber groß. Über die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen geben an, dass sie gerne mehr mitentscheiden würden. Als Bürgermeisterin oder Bürgermeister ihrer Stadt würden sie vor allem für mehr Freizeitangebote und Treffpunkte für die Jugend und für mehr Bus- und Bahnangebote sorgen.

In der Schule ist der Wunsch nach Mitbestimmung noch größer. Zwei Drittel der Acht- bis 17-Jährigen möchten zum Beispiel bei den Unterrichtszeiten mitreden. Viele Kinder fordern, dass der Unterricht später beginnen sollte. Einige Schülerinnen und Schüler haben einen langen Schulweg und müssen sehr früh aufstehen, um pünktlich in der Schule zu sein. Sie sind daher im Unterricht häufig müde.

Die Macher der Studie sagen, dass Kinder und Jugendliche mehr Mitspracherechte haben sollten. Sie empfehlen, Städte und Gemeinden kinderfreundlicher zu gestalten. Besonders wichtig ist ihnen: Kinder und Jugendliche sollten da, wo sie wohnen, attraktive Spiel- und Freizeitmöglichkeiten nach ihren Ideen und Wünschen mitgestalten und nutzen können.

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