Eine gute Idee

Hannah hat jetzt einen Schwer-in-Ordnung-Ausweis

Ihren „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ hält Hannah aus Pinneberg in Schleswig-Holstein in den Händen.

Foto: Holger Hollemann

Ihren „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ hält Hannah aus Pinneberg in Schleswig-Holstein in den Händen.

Die Schülerin hat das Down-Syndrom. Der Name ihres Schwerbehinderten-Ausweises hat ihr aber nicht gefallen. Sie findet sich ok, so wie sie ist.

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Wenn Hannah zur Schule geht, hat sie einen besonderen Ausweis dabei – den „Schwerbehinderten-Ausweis“. Denn Hannah ist mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen und kann bestimmte Dinge nicht so machen, wie es andere Kinder tun. Das findet Hannah aber nicht schlimm. Sie besucht die neunte Klasse einer integrativen Schule in der Stadt Pinneberg im Bundesland Schleswig-Holstein, reitet gern, mag Mathe und tritt mit einer Akrobatik-Truppe auf.

Durch den Ausweis können Hannah und andere Menschen mit Behinderung nachweisen, dass ihnen bestimmte Rechte zustehen. Sie dürfen damit etwa kostenlos Bus und Bahn fahren. Das Wort „Schwerbehinderten-Ausweis“ findet Hannah aber doof.

Sie ärgert sich im Bus beim Einsteigen

Die 15-Jährige möchte nicht, dass sie als krank oder nicht normal angesehen wird. Und sie hat sich darüber geärgert, wenn sie beim Einsteigen in den Bus ihren Schwerbehinderten-Ausweis vorzeigen muss. Deshalb hatte sie eine Idee – sie schrieb einfach „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ auf einen Zettel und klebte ihn auf die Hülle ihres Ausweises.

Viele Leute finden diese Idee super. Darum gibt es jetzt bereits in einigen Bundesländern besondere neue Hüllen für die Ausweise. Die überdecken das Wort „Schwerbehinderten-Ausweis“ – zum Beispiel mit Hannahs erfundenem Wort.

Das Bundesland Niedersachsen ging sogar noch weiter. Verantwortliche Politiker dort riefen Menschen mit Behinderungen auf, weitere Namen für die Bezeichnung „Schwerbehinderten-Ausweis“ zu finden. Bei dem Wettbewerb gingen 236 Vorschläge ein. Das zeigt, wie unzufrieden viele Menschen mit der Bezeichnung „schwerbehindert“ sind.

Hannah selbst steht seit ihrer eigenen Aktion ganz schön im Mittelpunkt. Auf einer Pressekonferenz musste sie ihre ganze Geschichte erzählen und wurde viel fotografiert.

Mit dem Rummel um ihre Person hat sie aber gar kein Problem. „Am Anfang war es schon komisch, aber mit der Zeit ist es irgendwie auch cool.“

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