Ernährung

Für immer mehr Erdbeeren ist der Himmel grau

Immer mehr Erdbeeren haben eine Art Hausarrest – sie wachsen unter Folien.

Immer mehr Erdbeeren haben eine Art Hausarrest – sie wachsen unter Folien.

Immer mehr Felder verschwinden unter riesigen Folien. Die leckeren Sommerfrüchte reifen darunter schneller. Umweltschützer finden das nicht gut.

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Schon wenn man dieses ganz besondere Rot sieht, bekommt man Hunger. Erdbeeren sind nicht nur lecker, sie schmecken nach Sommer, nach Ferien, nach guter Laune. Aber auf den Feldern entdeckt man das Erdbeerrot nicht mehr so oft wie früher. Das liegt daran, dass die Früchte in Deutschland immer häufiger unter Folie und in Gewächshäusern angebaut werden. Naturschützer halten das für keine gute Idee.

Warum bekommen die Erdbeerpflanzen ein Dach über den Kopf? Ganz einfach: In den Folien-Tunneln wachsen sie besser. Die Folie schützt die Erdbeeren zum Beispiel vor starkem Regen, Hagel und Frost. Außerdem reifen sie schneller. Deshalb kann man schon im April die ersten deutschen Erdbeeren kaufen. Draußen bleiben sie viel länger grün.

Bessere Ernte

Wahrscheinlich werden bald noch weniger Erdbeeren auf freien Feldern angebaut. Durch den Klimawandel gibt es oft heftigen Regen. Der beschädigt die Beeren. Bei extremer Trockenheit, wie im vorigen Sommer, können die Pflanzen unterm Dach leichter bewässert werden. Das teure Wasser verdunstet nicht so schnell. In England, wo es ja oft regnet, werden Erdbeeren nur noch unter Folien angebaut.

In Holland kommt über die Hälfte der Früchte aus Gewächshäusern. Bauern mögen die Schutzdächer, weil sie damit viel größere Ernten erzielen. Erdbeeren aus heimischen Gewächshäusern sollen angeblich leckerer sein als Erdbeeren aus südlichen Ländern. Die werden meistens unreif gepflückt, damit sie auf dem langen Weg nicht matschig werden.

Hochbeete in den Erdbeer-Tunneln

Für die Ernte-Helfer ist die Arbeit auf abgedeckten Feldern leichter. Sie sind geschützt vor Sonne, Regen oder Wind. Wenn sie Glück haben, müssen sie sich nicht tief bücken. Viele Bauern legen in ihren Erdbeer-Tunneln inzwischen Hochbeete an.

Einige Landwirte sagen, unter den Folien brauchen sie weniger chemische Pflanzenschutzmittel, weil nicht so viele Insekten an die Erdbeeren herankommen. Umweltschützer sehen das kritisch. Wenn man Felder überdacht, geht für Tiere und Pflanzen wieder ein Stück Natur verloren. Und es gibt doch schon viel zu viel Beton... Außerdem werden die Folien später zu einem Berg aus Plastikmüll.

Für die Umwelt wäre es besser, wenn die Menschen öfter verzichten würden, sagen Naturschützer. Wir könnten uns ja mal damit zufrieden geben, dass Erdbeeren nur im Sommer bei uns wachsen. Dann müssten die schönen roten Felder nicht unter grauen Folien verschwinden.

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