Klimastreik

Fridays For Future: Wieso sich Franziska fürs Klima einsetzt

Franziska Wessel (Zweite von links vorne) hat bereits gemeinsam mit Greta Thunberg fürs Klima gestreikt.

Franziska Wessel (Zweite von links vorne) hat bereits gemeinsam mit Greta Thunberg fürs Klima gestreikt.

Foto: Privat

Franziska Wessel hat mit ihrem Vater das Buch „You For Future“ geschrieben. Darin erklärt sie, wie jeder die Welt etwas besser machen kann.

Früher hat sich Franziska Wessel kaum für das Klima interessiert. Doch dann nahm sie an einer „Fridays For Future“-Demonstration teil, die ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellte. Seitdem setzt sie sich für eine bessere Klimapolitik ein. Zusammen mit ihrem Vater hat sie sogar das Buch „You For Future“ geschrieben.

Wie fandest du es, mit deinem Papa ein Buch zu schreiben?

Die Idee fand ich von Anfang an super cool. Wir wollten gemeinsam aufschreiben, wie man politisch aktiv werden kann. Dazu haben wir erst einmal überlegt, welche Themen wir überhaupt alle drin haben und wie wir das Ganze aufbauen wollen. Und dann haben wir einfach angefangen.

Hat die Zusammenarbeit gut geklappt?

Wir haben ein gutes Verhältnis und konnten ehrlich zueinander sein. Ich habe zum Beispiel etwas über „Fridays For Future“ geschrieben und mein Papa etwas über „Rettet die Bienen“. Später haben wir dann alles gegengelesen und einiges umgeschrieben. Ich habe auch Teile rausgeworfen, die er am besten fand. Aber das musste einfach sein.

Wie sah dein Leben vor „Fridays For Future“ aus?

Früher war ich ein richtiges Pferdemädchen. Nach der Schule bin ich zu meinem Pferd oder zu meinen Freunden gegangen, abends habe ich Netflix geguckt. Die Klimakrise war für mich kein richtiges Thema. Ich hatte mich zwar schon mal ein bisschen damit beschäftigt, aber überhaupt nicht in dem Maße wie heute.

Wann hat sich alles für dich verändert?

Das war am 11. Januar 2019. Damals war ich bei einer Veranstaltung von meiner Mama, bei der es ums Klima ging. Es wurden Flyer von „Fridays For Future“ verteilt und da bin ich einfach mal hingegangen. Das war die erste Demo, bei der ich jemals war. Ich fand es erst super langweilig. Es war kalt und unorganisiert. Eigentlich wollte ich auch früher gehen. Aber dann haben mich Leute gefragt, ob ich mithelfen will. Und plötzlich fand ich es ganz cool, dass ich mich mit 14 Jahren politisch einbringen kann.

Was machst du heute so an einem normalen Wochentag?

Ich gehe zur Schule und danach habe ich immer Termine. Freitags sind das natürlich die Demos. An anderen Tagen habe ich Interviews, Verabredungen im Bundestag oder ich muss eine Rede halten. Abends stehen dann noch die Telefonkonferenzen mit anderen Aktiven an. Wir besprechen dann verschiedene Themen, zum Beispiel die Organisation von den nächsten Demos.

Was motiviert dich trotz des vielen Stresses, dich fürs Klima einzusetzen?

Bei „Fridays For Future“ gehen 1,4 Millionen Menschen auf die Straße und politisch bewegt sich trotzdem nicht das, was nötig wäre. Das steht im krassen Gegensatz zu den Interessen von großen Unternehmen, die ganz schnell durchgedrückt werden. Aber bei der Klimakrise haben wir nicht den Luxus, länger zu warten. Weil sie jetzt schon vor der Tür steht. Wie schrecklich das ist, bedrückt mich immer wieder.

Was willst du anderen mit deinem Buch mitgeben?

Einfach anfangen! Ich hatte bei meiner ersten Demo zum Beispiel auch keinen Plan, wie das dort so läuft. Den Prozess muss man durchmachen. Du musst aber nicht unbedingt auf Demos gehen. Du kannst auch einfach eine Petition unterschreiben oder in der Schule ganz laut deine Meinung sagen. Trau dich, kleine Schritte zu machen. Zum Beispiel deine Ernährung umzustellen. Denn jede einzelne Entscheidung, die du triffst, hat Einfluss auf das Klima. Du musst nur den Mut haben, die Welt zu verändern. Und dann musst du einfach loslegen.

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