Orchester

Ein Instrument sorgt für Gänsehaut

Antonia Borgers spielt Horn seit sie vier Jahre alt  ist.

Antonia Borgers spielt Horn seit sie vier Jahre alt ist.

Foto: Fabian Strauch

Antonia Borgers spielt Horn im Kinderorchester NRW. Ihr erstes Instrument hat sie aus einem Gartenschlauch und einem Trichter selbst gebaut.

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In einem Monat ist es soweit: Dann feiert das Kinderorchester NRW (KIO) die Premiere seiner Konzertreihe „Wenn zwei sich streiten…“.

Hinter den Kulissen brummt es richtig. Das Programmheft für die Konzerte in Essen, Dortmund, Bocholt und Troisdorf wird erstellt. Die Übernachtungen der Kinder in den Konzertstädten müssen gebucht werden, ein Transporter für Pauken, Xylophon, Glockenspiel und Trommeln auch. Bühnentechnik, Aufbauten und Verpflegung – der Aufwand ist riesig!

Für die jungen Musiker ist die erste gemeinsame Probe vorbei. Die Kinder wissen jetzt, an welchen Stellen sie feilen müssen. Die 13-jährige Antonia widmet sich zu Hause besonders einem Stück aus „Romeo und Julia“ von Peter Tschaikowski.

Antonia spielt Horn, seit sie vier Jahre alt ist. Angefangen hat sie allerdings mit einem selbstgebastelten Instrument. „Im Musikkindergarten haben wir ein Horn aus einem Gartenschlauch gebaut, mit einer Spritztülle als Mundstück und einem Küchentrichter. Darauf habe ich dann zu Hause rumgetrötet.“ Bis der Musikschulunterricht anfing.

Heute spielt die 13-Jährige auf einem Waldhorn. Ihr Instrument vereint zwei Hörner: Manche vergleichen es auch mit einem Haus mit zwei Wohnungen. Unten wohnt das tiefe F-Horn, oben das hohe B-Horn. „Das Waldhorn kann einen warmen vollen Klang haben, der manchmal Gänsehaut bereitet, aber es hat auch einen ganz strahlenden Klang“, beschreibt Antonia.

Eine Dusche für das Horn

Hörner zählen zu den ältesten Instrumenten, die es gibt. Früher wurden Kuh- oder Ziegenhörner zu Musikinstrumenten umgebaut. Antonia hat einmal ein Schulreferat über die Geschichte des Horns geschrieben. „Beim Jagdhorn gab es früher keine Ventile“, erzählt sie, „da hat man alle Töne mit dem Mund und der Hand im Trichter verändert.“ Das moderne Horn aus Messing hat vier Ventile und viele Windungen, die sorgfältig gepflegt werden müssen. Einmal im Monat wird geduscht: „Der Kopf vom Duschschlauch wird abgeschraubt und es kommt eine besondere Düse daran, die genau ins Mundstück des Horns passt“, erklärt Antonia. Dann heißt es: „Wasser marsch!“

Wenn Antonia spielt, dann vergisst sie alles um sie herum, erzählt die 13-Jährige. Damit es auch bei dem anspruchsvollen Tschaikowski-Stück klappt, hat sie sich eine hilfreiche Lernmethode überlegt. „Ich spiele erst langsam. Eine schwierige Stelle muss ich zehnmal richtig spielen. Wenn ich beim neunten Mal verhaue, dann fange ich noch mal bei eins an. So werde ich automatisch schneller.“

Ein besonderes Konzert

Antonia ist ein erfahrenes KIO-Mitglied. Sie freut sich schon darauf, wie gut sich das Zusammenspiel nach der gemeinsamen Orchesterfahrt in den Osterferien anhören wird. Und auf ein Konzert ist sie ganz besonders gespannt: Am 25. Mai tritt sie mit dem KIO in ihrer Heimatstadt Bocholt auf!

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