Sprache

Corona verändert unsere Sprache

Die „Maskenpflicht“ gibt es erst seit der Corona-Krise.

Die „Maskenpflicht“ gibt es erst seit der Corona-Krise.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

„Distanzunterricht“ kannten wir früher nicht und die „Maskenpflicht“ gab es nur im Krankenhaus. Nun gehören solche Wörter zu unserem Alltag.

Wer hätte gedacht, dass Begriffe wie „Distanzunterricht“, „Maskenpflicht“ und „Quarantäne“ einmal zu unserem täglichen Wortschatz gehören werden? „Distanzunterricht“ kannten wir früher nicht. „Maskenpflicht“ gab es, wenn überhaupt, nur in einem Krankenhaus, und „Quarantäne“ war das aus manchen Filmen. Und jetzt benutzen wir jedes dieser Wörter täglich.

Corona verändert nicht nur unser aller Leben, sondern auch unsere Sprache. „Es passieren ständig neue Dinge in der Welt. Damit wir darüber auch sprechen können, brauchen wir neue Wörter“, sagt die Sprachforscherin Anette Klosa-Kückelhaus. Sie sammelt und erforscht diese neuen Wörter. Sie hat festgestellt, dass es inzwischen fast 1100 neue Wörter gibt, die während der Corona-Krise entstanden sind.

Unwort des Jahres

Aber nicht nur Corona verändert unsere Sprache. Auch englische Wörter fließen immer wieder in unsere Sprache ein. Zum Beispiel benutzen wir Wörter wie „Sandwich“, „cool“, „Pool“ und „chillen“. All diese Wörter kommen ursprünglich aus dem Englischen. Solche Wörter heißen Anglizismen.

Das Wort „Lockdown“ ist auch ein Anglizismus. Gemeint ist die Schließung von zum Beispiel Geschäften und Schulen, damit das Coronavirus sich nicht weiter verbreiten kann. Das Wort „Lockdown“ wurde von einer Jury zum Anglizismus des Jahres 2020 gekürt. Es wurde auch nach dem Unwort des Jahres gesucht. Die meisten Wörter die dort vorgeschlagen wurden, hatten auch etwas mit der Corona-Pandemie zu tun.

Wenn die Pandemie vorbei ist und Corona unser Leben nicht mehr so stark beeinflusst, könnte sich unsere Sprache wieder verändern.

„Wenn wir Wörter nicht mehr benutzen, verschwinden sie wieder aus der Alltagssprache“, sagt Sprachforscherin Anette Klosa-Kückelhaus. Also werden Wörter wie „Quarantäne“, „Lockdown“, „Distanzunterricht“ und „Homeschooling“ vielleicht wieder weniger benutzt.

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