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Corona: Kinder und Jugendliche verbringen mehr Zeit am Handy

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Viele Kinder und Jugendliche schreiben übers Handy mit ihren Freundinnen und Freunden.

Viele Kinder und Jugendliche schreiben übers Handy mit ihren Freundinnen und Freunden.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Viele Kinder verbringen im Moment mehr Zeit am Handy als vor Corona. Das sei normal, sagt eine Expertin. Man sollte es aber im Blick haben.

Ihr Handy liegt griffbereit neben ihr, wenn Hannah Hausaufgaben macht. „Jetzt in der Corona-Zeit nutze ich mein Handy mehr als vorher, weil ich meine Freundinnen nicht so oft sehen kann“, sagt die Zehnjährige aus Dortmund. Hannah telefoniert im Moment oft mit ihren Freundinnen und tauscht sich mit Klassenkameraden über die Schulaufgaben aus.

Zurzeit verbringen viele Kinder und Jugendliche mehr Zeit am Handy. In der Schule kann man sich nicht sehen. Man darf sich nicht in Gruppen treffen und viele Hobbys fallen aus. „Dass dadurch die Handyzeiten steigen, ist erst mal normal“, sagt Cornelia Jonas. Sie beschäftigt sich beim Deutschen Kinderhilfswerk mit dem Thema Medienbildung.

Stress durch digitale Kontakte

Trotzdem ist es nicht gut, permanent am Handy zu hängen. „Manchmal fühlen sich Kinder durch die vielen digitalen Kontakte gestresst“, erklärt die Expertin. Hannahs Eltern haben aus diesem Grund festgelegt, wie lange sie täglich Medien nutzen darf. „Ich darf 45 Minuten am Tag für alle Sachen verwenden. Fernsehengucken gehört auch dazu“, sagt Hannah. Gemeinsam Medienzeiten festzulegen, kann hilfreich sein, findet Expertin Cornelia Jonas. „Denn manchmal fällt es Kindern schwer, das Handy wegzulegen, obwohl sie zum Beispiel eigentlich etwas anderes machen wollten oder sich vom Handy gestresst fühlen“, erklärt die Fachfrau.

Vor allem kommt es darauf an, was man mit dem Handy macht: Mache ich mit meinem Handy etwas, das mir Spaß macht und mir ein gutes Gefühl gibt? „Einen Trickfilm aufzunehmen, kann zum Beispiel ewig dauern. Aber das Gefühl, es geschafft zu haben, ist toll“, sagt Cornelia Jonas.

Wichtiger als das Handy

Hannah liegt zum Beispiel gerne im Bett und hört Musik auf dem Handy. Oder sie macht bei Spaziergängen oder zu Hause Fotos, die sie online stellt. In letzter Zeit kommt zum Beispiel häufiger ein Eichhörnchen vorbei und setzt sich auf das Fensterbrett. Das fotografieren Hannah und ihre große Schwester dann und stellen es in den Status.

Kürzlich nahmen die beiden gemeinsam mit einer Reiter-Freundin sogar an einem Foto-Wettbewerb teil. Sie stellten dafür Fotos von ihren Lieblingsponys online. „Ich habe das in den Status gestellt. Da gucken viele rein“, erklärt Hannah. Und es klappte: Es stimmten so viele Leute für die drei ab, dass sie auf den 29. Platz kamen – und Futter für die Ponys gewannen.

Trotzdem gibt es Dinge, die Hannah wichtiger sind als ihr Handy: „Wenn ich eine Katze und ein Handy in der Hand hätte, würde ich eher das Handy als die Katze fallen lassen“, sagt die Zehnjährige.

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