Orchester

Andreas Fellner dirigiert das Kinderorchester NRW

Andreas Fellner ist Dirigent des Kinderorchesters NRW

Andreas Fellner ist Dirigent des Kinderorchesters NRW

Foto: KIO

Der Dirigent freut sich auf die erste gemeinsame Probe der neuen Arbeitsphase. 70 junge Musikerinnen und Musiker treffen sich in Bochum.

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Andreas Fellner beherrscht viele Instrumente. Er hat mit sechs Jahren angefangen, Schlagzeug zu spielen und nahm Klavier- und Kontrabassunterricht. Der gebürtige Österreicher hat aber bald gemerkt, dass sein Lieblingsinstrument ein ganz anderes ist: „Ein Orchester ist das wundervollste Instrument, das man sich vorstellen kann. Es hat die schönsten Klangfarben, kann unglaublich leise oder unglaublich laut sein.“

Deswegen ist Andreas Fellner Dirigent geworden. Ein Dirigent sorgt dafür, dass alle Orchestermusiker richtig zusammenspielen. Andreas Fellner arbeitet am Theater Krefeld Mönchengladbach, und mit vielen anderen Orchestern. Seit 2018 ist er Dirigent des Kinderorchesters NRW. Bisher haben sich die Kinder alleine vorbereitet. Heute beginnt die erste gemeinsame Probe.

Immer gute Laune

Der 37-Jährige freut sich schon: „Das ist ein traumhaft verrückter Haufen“, schwärmt er. „Die Kinder sind voller Energie und Fähigkeiten, die brennen so für das, was wir tun.“ Die Jungen und Mädchen sind ähnlich begeistert von ihrem Dirigenten: „Er hat eigentlich immer gute Laune“, sagt Elisa (Oboe). Jakob (Klarinette) findet: „Er ist nett und macht oft Späße.“

„Das erste Probewochenende ist sehr spannend, weil viele neue Kinder mit dabei sind“ beschreibt Andreas Fellner. Treffpunkt ist die Musikschule Bochum, eine ehemalige Realschule. In den Klassenräumen werden die Instrumentengruppen von Musiklehrern unterrichtet. Viele Fragen können jetzt geklärt werden: Wo macht man eine Pause? Wie wird das gespielt? Die Bläser achten auf ihre Atmung, die Streicher auf den gemeinsamen Bogenstrich.

Hinterm Pult verkrochen

Zwei Tutti-Proben gibt es an diesem Wochenende. Das italienische Wort „Tutti“ bedeutet „alle“. 70 Mädchen und Jungen proben die Stücke im Saal der Musikschule gemeinsam. „Dann muss ich das, was klingt, also was die Musiker gerade spielen, abgleichen mit dem, was ich gerne hören würde. Das läuft parallel in meinem Kopf“, erzählt der Dirigent. Das klingt kompliziert. „Es ist tatsächlich unglaublich komplex, aber ich muss dabei ja keine Töne produzieren und mich nicht mit technischen Schwierigkeiten am Instrument plagen“, erklärt Andreas Fellner. Er muss sich aber gut vorbereiten. Dazu gehört, die Partitur eines Stücks zu kennen. Eine Partitur zeigt die Stimmen mehrerer Musikinstrumente auf einem Notenblatt an.

Die Kinder beobachten ihren Dirigenten während der gemeinsamen Proben genau. Sie achten aber nicht nur auf den Taktstock. „Da läuft viel über die Augen oder eine Bewegung“, erklärt Andreas Fellner. Bei einem Konzert im vergangenen Jahr spielten die Kinder in einem Saal, der sehr leise Töne verlangte. Um das in der Anspielprobe einzufordern, habe er sich halb hinter seinem Pult verkrochen. Das hat funktioniert, die Musiker wussten, was er wollte.

An diesem Wochenende ist er zufrieden, „wenn wir es geschafft haben, am Ende der Tage das Programm einmal durchzuspielen“. Wichtig sei aber vor allem, dass die Kinder nach dem Wochenende nach Hause fahren und denken „Super, endlich wieder Kinderorchester!“

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