Brauchtum

Abenteuer rund ums Osterfeuer

Flammen beobachten... ist abwechslungsreicher als Fernsehen.

Flammen beobachten... ist abwechslungsreicher als Fernsehen.

Am Wochenende treffen sich wieder viele Menschen an den brennenden Holzstapeln. Hoffentlich haben sie dabei an die Umwelt gedacht.

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Bald lodern sie wieder: Die großen Osterfeuer sind für viele Kinder ein kleines Abenteuer. Familien, Freunde und Fremde stehen in der Dunkelheit zusammen und bestaunen die Flammen. Keine sieht so aus wie die andere, es knackt und knistert... fast ein bisschen unheimlich. Das ist mindestens so aufregend wie Kirmes und Kino. Damit das Osterfeuer Spaß macht, muss man aber Regeln beachten – und unbedingt kleine Tiere davor schützen.

Schon beim Aufschichten der Hölzer sollte man aufpassen: „Es darf nur trockenes Holz verbrannt werden, oder Reisig und trockene Zapfen“, erklärt Feuerwehrmann Christopher Schuster aus Düsseldorf. Abfälle, lackiertes Holz, Gummi oder Plastik gehören nicht ins Feuer. „Auf keinen Fall Spraydosen reinwerfen, die können explodieren, genau wie Benzin.“

Lieblingsplatz für Insekten

Eigentlich weiß das jedes Kind, oder? Nicht ganz so bekannt ist leider, dass Osterfeuer eine Gefahr für Tiere bedeuten. Unsere Landschaft und viele Gärten sind ja sehr aufgeräumt, es gibt zu viel Beton und öde Beete. Deshalb ziehen die wilden Holzhaufen Hasen, Mäuse, Igel, Kröten, Vögel und Insekten fast magisch an, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Nabu Zweige und Baumstämme sollten erst kurz vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden. Dann haben die Tiere keine Zeit, sich zwischen den Ästen einzunisten. Manchmal wird das Gestrüpp auf dem Land schon lange vor Ostern aufgetürmt. Eigentlich dürfte so etwas gar nicht angezündet werden, sagen Naturschützer. Im Zweifelsfall muss man diese Holzhaufen sorgfältig umschichten. Damit die Tiere flüchten können, bevor es brennt.

Umweltschützer meinen sogar: Das schöne Gestrüpp ist zu schade, um im Feuer zu landen. Wir sollten die abgeschnittenen Zweige besser im Garten von Brombeeren und Wildrosen überwuchern lassen. Daraus entsteht ein Tummelplatz für Bienen, Insekten oder Igel.

Man muss ja nicht ganz auf das Osterfeuer verzichten. Aber falls ihr einen Garten habt, könnt ihr eure Eltern vielleicht überzeugen, einen Teil der abgeschnittenen Zweige liegenzulassen – damit ihr im Sommer euren eigenen Mini-Zoo beobachten könnt.

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