Bedingungsloses Grundeinkommen

1000 Euro für alle – ist das fair?

Immer genug Geld in der Tasche – davon träumen viele. Die Wunschvorstellung hätte aber auch Nachteile. Foto:dpa

Immer genug Geld in der Tasche – davon träumen viele. Die Wunschvorstellung hätte aber auch Nachteile. Foto:dpa

Wir erklären euch, worum es beim Bedingungslosen Grundeinkommen geht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eure Eltern geben im Monat viel Geld aus. Zum Beispiel für die Wohnung, das Auto, neue Kleidung oder euren Sportverein. Um all das bezahlen zu können, gehen eure Eltern arbeiten. Manchmal verlieren Erwachsene aber auch ihren Job. Sie sind dann arbeitslos und brauchen Unterstützung.


Damit Eltern auch ohne Job die Miete zahlen und Essen kaufen können, hilft der Staat. Er zahlt Familien Arbeitslosengeld – auch Hartz IV genannt. Das Hartz-IV-Modell ist aber nicht sehr beliebt. Viele Politiker sagen: Das Arbeitslosengeld reicht nicht aus, um davon Rechnungen bezahlen oder Schulmaterial kaufen zu können.

Staat kann das Arbeitslosengeld kürzen

Wer seinen Job verliert, muss zum Jobcenter gehen. Dort werden die Leute beraten. Nicht immer finden Arbeitslose aber sofort einen neuen Job. In diesen Fällen verteilt das Jobcenter Arbeit, die gerade frei ist. Ganz egal, ob die Person etwas anderes gelernt hat. Lehnen Arbeitslose diesen Job ab, zahlt der Staat weniger Arbeitslosengeld.
Das finden einige Experten ungerecht. Sie fordern Veränderungen. Eine Idee wird in letzter Zeit immer häufiger diskutiert: das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Und so könnte es funktionieren: Jeder Erwachsene kriegt vom Staat Geld geschenkt. Zum Beispiel 1000 Euro pro Monat. Eure Eltern müssen dafür nichts tun. Das Geld kann nicht gekürzt werden und landet jeden Monat auf dem Konto eurer Familie. Auch wenn eure Eltern einen Job haben.


Das „Bedingungslose Grundeinkommen“ hat viele Vorteile. Der wichtigste: Bürger hätten weniger Sorgen. Weil immer genug Geld da ist, um davon leben zu können. Sie könnten dort arbeiten,wo es ihnen gefällt. Oder eine neue Ausbildung anfangen. Jeder könnte frei entscheiden, ohne ständig auf seinen Geldbeutel gucken zu müssen. Niemand müsste mehr etwas tun, das ihm keinen Spaß macht.

Kritiker haben Zweifel

Das klingt doch ziemlich gut, oder? Es gibt aber auch einen Haken: Kritiker befürchten, dass viele Erwachsene dann gar nicht mehr arbeiten gehen würden. Sie glauben, dass die meisten Menschen faul sind. Ob das stimmt, ist unklar. Es gab bislang nur wenige Tests. Kein Land hat das „Bedingungslose Grundeinkommen“ bei sich eingeführt. Experten sind deshalb unsicher, ob es funktionieren würde.


Für kranke oder behinderte Menschen könnte das Geld außerdem nicht ausreichen. Sie müssen Tabletten oder Geräte bezahlen, die ein gesunder Mensch nicht braucht. 1000 Euro für jeden klingt deshalb nur auf den ersten Blick fair, sagen Kritiker. Beim „Bedingungslosen Grundeinkommen“ gibt es also noch viel Diskussionsstoff. Ob es tatsächlich irgendwann eingeführt wird, weiß niemand.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben