Prozess zum Mallorca-Mord

Und wieder tauchten Widersprüche auf

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Lüdenscheid/Wuppertal. Fünf Prozesstermine sind um in der Neuauflage gegen Torsten T. um den Tod der 15-jährigen Steffi im Sommer 2002 auf Mallorca. Verhandlungstage, die oft emotional bewegten.

Ausgesagt haben ehemalige Freundinnen und natürlich die Mutter und Zwillingsbruder der Lüdenscheiderin.

Doch auch die ersten Widersprüche tauchten auf. Ungereimtheiten, die schon im ersten Prozess vor knapp zwei Jahren nie gänzlich aufgeklärt werden konnten. Wie sahen Steffis letzte Stunden aus, wann starb sie genau, welche Kleidung trug sie? Laut Anklage soll ihre Tötung durch T., der nach wie vor zu allen Vorwürfen schweigt, irgendwann in der Nacht vom 31. Juli auf den ersten 1. August erfolgt sein. Und an jenem frühen Abend wollen sich sowohl Mutter Sylvia (41) als auch der Zwillingsbruder genau erinnern. Grund: Der heute 20-Jährige flog am nächsten Morgen zurück nach Deutschland. Sein letzter Abend auf der Insel.

Was trug sie am Tatabend?

Mutter und Sohn sind sich sicher: Sie trug an dem Abend dunkle Jeans, schwarzes Top und schwarze Stiefeletten.Sylvia Rüggeberg: „Steffi wollte zu einer Party gehen. So habe ich sie noch vor Augen.” Angeblich habe es sich um eine Fete mit zwei Freundinnen aus Holland gehandelt. Doch das passt gar nicht ins Indizien-Puzzle. Beide Niederländerinnen wurden erneut befragt. Definitiv ist Freundin Veronique (26) - das belegen Flugpläne - bereits am 28. Juli abgereist. Einen Tag zuvor (also am 27. und niemals am 31.) habe man ausgelassen gefeiert, sei nachts noch schwimmen gegangen. Da kommt auch die Aussage von Freundin Nonja (25) ins Spiel. Die Venloerin: „Ihre Klamotten wurden nass, ich lieh ihr daraufhin T-Shirt und rosa Turnschuhe. Ihre Stiefeletten blieben bei mir. Bis zu meiner Abreise am 11. August holte sie sie nicht ab.” Somit kann Steffi die Kleidung, in der sie ihre Angehörigen in Erinnerung haben, gar nicht getragen haben. Die schwarze Kleidung blieb bis heute verschollen, dafür wurden im Appartement nach dem Verschwinden T-Shirt, Turnschuhe Jeansrock gefunden. Diese trug sie auch auf einem weiteren Foto aus dem Akteninhalt. „Die Sachen gehörten ihr nicht”, so ihre Mutter. Unter anderem ein prägnantes Hemd mit der Aufschrift „Motherfucker”. Ein Kleidungsstück, das ihr Bruder bereits vorher an ihr gesehen haben will. Widerspruch. Eine andere Zeugin wird noch bestätigen, Steffi dies erst am 31. geliehen zu haben.

Mit zwei Mädels nämlich soll sie sich im „Vamos” noch getroffen haben, von einem weiteren Zeugen gegen 1 Uhr nach Haus gebracht worden sein. Und woher kamen die Wollsocken, die bei der mumifizierten Leiche neben ihrem zerrissenen BH gefunden wurden? Fragen, die bereits beim ersten Prozess und in der damaligen Urteilsbegründung nicht geklärt werden konnten.

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