Keine Beweise für Besucher aus dem All

Ufos? Aliens? Partyballons?

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Lüdenscheid. „Keine Aliens?” Hans-Werner Peiniger schüttelt bedauernd den Kopf: „Keine Aliens!” Der Vorsitzende der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens e.V. (GEP) ist ein kritischer Kopf.

Seit über 30 Jahren forscht er in Sachen unidentifizierter Flugobjekte – mit dem Ergebnis: Es gibt keine Beweise, dass Außerirdische die Erde umkreisen und/oder gelandet sind. Die Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens ist eine Anlaufstelle für Menschen, die etwas Unerklärliches am Himmel gesehen haben. „Sie rufen an oder setzen sich über unsere Internet-Seite mit uns in Verbindung”, erzählt Peiniger von seiner Arbeit in dem Büro in der Altstadt. Manchmal habe die Beobachter Fotos von dem Objekt gemacht, meist können sie es aber nur beschreiben. Doch der Mythos von Außerirdischen am Himmel verpufft schnell: 94 Prozent aller Fälle werden geklärt. Ursachen in den letzten zwei Jahren sind meist Partyballons. Die aus hauchdünnem Papier bestehenden Laternen werden durch die Hitze eines brennenden Wachsrings schnell in den Himmel getragen und wirken auf den Beobachter unwirklich. Hans-Werner Peiniger: „Die Leute haben sich an den Anblick dieser Ballons noch nicht gewöhnt. Und wenn es sich um mehrere handelt, die durch den Wind auch tolle Flugmanöver machen, sieht das schon sehr eindrucksvoll aus.” Andere Ursachen: irdische Fluggeräte, Spiegelungen, Wolkenformationen, Vögel oder Insekten, die auf digitale Kameras merkwürdige Bilder hinterlassen – oder schlichtweg Schwindel.

Der große Schwindel

Wie der Fehrenbach-Fall im im Jahr 1994. Zwei Schüler fotografierten ein „Ufo”. Die Fotos zeigten die Schüler dem Großvater, der sie – im guten Glauben – an die örtliche Presse weitergab. Damit kam der Stein ins Rollen: Die Medien gaben sich in Fehrenbach die Klinke in die Hand, in ganz Deutschland wurde darüber berichtet, „Experten” bescheinigten die Echtheit der Fotos. Doch die Aktiven von der GEP glaubten es einfach nicht. Bei der genauen Betrachtung der Fotos kamen sie zu dem Schluss: Es muss irgendein Spielzeug sein. Hans-Werner Peiniger wurde schließlich in einer Ramschkiste in einem Laden in Kierspe fündig. Und schließlich konnte er dem Verursacher auch ein „Geständnis” entlocken.

Von Aliens entführt?

Sechs Prozent aller Fälle bleiben ungeklärt. „Das heißt aber nicht, dass es tatsächlich Aliens waren”, erklärt Peiniger. Manchmal gibt es einfach zu wenig Fakten oder die Sichtung hat psychische Ursachen. Hans-Werner Peiniger hat im Laufe der Jahre viele Erkenntnisse gewonnen. Eine davon: Menschen lassen sich leicht beeinflussen. Dieser Gedanke kommt ihm immer wieder, wenn er von angebliche Entführungen durch Außerirdische hört. Auf einschlägigen nichtkritischen UFO-Seiten wird ein Symptom für eine Aliens-Entführung genannt: Merkwürdige Träume. Für die einen sind Träume nur Träume; andere glauben – beinflusst von Film, Fernsehen und Medien – irgendwas sei mit ihnen passiert. „Früher habe die Leute geglaubt, sie seien von Trollen, Zwergen oder Feen entführt worden, heute sind es eben Aliens.” Hans-Werner Peiniger lacht verschmitzt: „Können Sie sich vorstellen, dass hochtechnisierte Außerirdische nicht in der Lage sind, ihr Raumschiff zu tarnen und dann auch noch hysterische amerikanische Hausfrauen entführen und sie zurückbringen, obwohl sie wissen, dass die gleich ein riesiges Trara machen?” Das leuchtet ein. Und was ist mit Roswell, wo 1947 ein UFO abgestürzt sein soll. Peiniger: „Ein GEP-Mitglied hat den Fall noch einmal aufgerollt. Damals war dem Militär lieber, alle glauben an ein UFO. Viel wahrscheinlicher war ein großer Ballon, mit dem die Russen ausspioniert werden sollten.” Und auch heute wird der Mythos genährt, schließlich verdienen viele Menschen daran. Gar keine Aliens also? Peiniger: „Ausschließen kann ich nicht, dass es irgendwo eine intelligente Zivilisation gibt. Nur reisen die nicht zur Erde.”

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