Live-Bericht

Testessen bei „Rosins Restaurant”

Foto: Holger Schmälzger

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Horstmar. „Mittendrin statt nur dabei” - war für mich das Motto bei den Dreharbeiten zu „Rosins Restaurant”. Die Sendung von Kabel eins machte Station in der Tapas-Bar am Preußenbahnhof.

Auch in der zweiten Staffel der Doku versucht Sternekoch Frank Rosin strauchelnden Gastronomiebetrieben mit seinem Fachwissen auf die Beine zu helfen.

Christi-Himmelfahrt bekam ich privat das Angebot, als einer von rund 25 Testessern dabei zu sein. So ging es – von der Kamera gefilmt („Bitte nicht direkt reinschauen!”) – in die Tapas-Bar. Auf dem Programm stand das erste Testessen, bei dem sich Gäste und Rosin einen Eindruck verschaffen sollten. Das zweite Testessen folgte vier Tage später – dann mit Schliff des Dorstener Sternekochs.

Ich selbst war zuvor noch nicht in der Tapas-Bar, weshalb mich auch die Menüreihenfolge beim ersten Test verwunderte. Bruschetta, Nudeln mit Tomatensauce, ein Crepes mit Sirup und Schokoladentäfelchen mit Erdbeeren zum Abschluss. Sehr wenig spanisch und eher italienisch.

Das Servicepersonal war bemüht und nett, vor allen Dingen aber aufgeregt und überfordert. Genauso wie ich, wenn der Kameramann um uns herum schwänzelte und man Fragen beantworten musste. Den sympathischen Bediensteten verzieh man es, dass eine Flasche Wasser vom Tablett rutschte, auf den Fußboden knallte und sich in Scherben auflöste. Außerdem: wie heißt es so schön - „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.” Denn beide Testessen waren umsonst. Ich wurde ordentlich satt, doch empfand dieses erste Test-Essen als nichts Besonderes.

Gespannt war ich demnach auf das zweite Testessen. Und schon das Auge aß mit, bevor ein Teller auf dem Tisch stand. Die Außenanlage war auf Vordermann gebracht, einen neuen Namen gab es ebenfalls: „Ristorante Fratelli”. Schön gedeckte Tische mit hochglanzpolierten Weingläsern ließen großes Koch-Kino erwarten. Das Menü: Es grenzte an ein Wunder, dass es von denselben Menschen zubereitet wurde, die vier Tage zuvor noch auf Kantinenniveau gekocht hatten. Sensationell waren wirklich alle drei Gänge. Zuerst das zarte und absolut sehnenfreie Kalbsfleisch in Thunfischsauce, der Nachbar fand's gut aber leicht salzig – ich perfekt. Die Salathaube mit leichtem Dressing rundete die Vorspeise ab, lediglich die aufgelegte Chili war des Guten zuviel – sie tötete fast den Geschmacksnerv.

Anschließend gab es eine Kostprobe der hausgemachten Nudeln: Penne mit Sahnesauce, Riesenravioli mit Hack gefüllt und würziger Bolognese überzogen, am allerbesten aber waren die Orecchiette mit Oliven, Mangold und Olivenöl. Leckere Pasta mit leichtem Biss – perfekt für mich. Dicker Bonuspunkt: der Nachschlag direkt aus der Pfanne.

Nicht zu süß und ordentlich Alkohol getränkt präsentierte sich die Nachspeise: Das Tiramisu rundete das italienische Menü, das mit Geschmack glänzte, aber nicht überkandidelt war, ab.

Und so verwunderte es auch nicht, dass das Personal den Abend mit breiter Brust bestritt. Stolz konnten sie sein, denn wie Rosin versicherte, hatte er nicht mit gekocht – aber mit seinem Coaching dafür gesorgt, dass es so ein Ergebnis gab. Bei dem Gaumen-Erlebnis vergaß man fast das Team vom Fernsehen, das natürlich stetig nachfragte, wie alles sei. Ich fühlte mich vor der Kamera unwohl und hoffe inständig, dass meine Beiträge nicht gesendet werden – ich komme wohl aber nicht herum, dass mich nach der Ausstrahlung Freunde und Verwandte ansprechen werden. Die Sendung soll im Herbst unter dem Namen „Tapas-Bar” laufen.

Während die Fratelli-Belegschaft ein wenig platt von den Strapazen der letzten Tage feierte, ging beim Kamerateam alles sehr schnell. Die letzte Szene kaum im Kasten, schoss Frank Rosin auch schon in seinem Aston Martin davon. Für das Fratelli-Team heißt es ohnehin: Es muss klappen, ohne dass der Starkoch ihnen über die Schulter schaut. Im Übrigen freue ich mich darauf, beim nächsten Essen nicht gefilmt zu werden.

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