Insound-Musikfestival

Musik eint Menschen mit und ohne Handicap

Foto: Ralph Bodemer / WR

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Schwerte.  „Das Insound-Festival im letzten Jahr war super. Da war für mich klar, da musst du wieder hin“, erklärte Jens Tempelmann. Der im Rollstuhl sitzende 29-Jährige aus Garenfeld war am Freitagabend mit dem eigenen Auto zum Insound-Festival in die Rohrmeisterei gekommen – und er wurde nicht enttäuscht.

Drei Bands hatten die Organisatoren der Behinderteninitiative „dabei“ (der Arbeitskreis behindert, engagiert, integriert) für die Veranstaltung verpflichten können. Zum ersten Mal moderierte Jörg Przystow, natürlich ehrenamtlich, das Geschehen, führte vor und während der Umbaupausen Interviews mit Mitarbeitern der vielen anwesenden Selbsthilfegruppen sowie behinderten und nicht behinderten Gästen. Und genau um die ging es: Menschen mit und ohne Handicap möchte das Musikfestival zusammenbringen. Als Mittler dient die Musik – denn Musik verbindet: Gemeinsam feiern, den Gedanken der Inklusion leben, die inklusive Gesellschaft auch im Rahmen des Insound-Musikfestivals verwirklichen.

Zum dritten Mal ging das Festival in Schwerte über die Bühne. Die Stimmung war prächtig, die Musik ebenso, allein die Erwartungen der Veranstalter hinsichtlich der Zuschauerzahlen wurden nicht erfüllt. Waren es im letzten Jahr mehr als 600 Besucher, kamen am Freitag „nur“ um die 300 Gäste, um zu feiern und zu tanzen. Dass die Zuschauerzahl fast halbiert war, tat der guten Stimmung keinen Abbruch: Die Festivalgäste hatten jede Menge Spaß miteinander.

Das Musikfestival Insound unter der Schirmherrschaft von Landrat Michael Makiolla wurde wegen dessen Erkrankung von seiner Stellvertreterin Andrea Hosang eröffnet. Nach diesem kurzen offiziellen Akt wurden die Musiker mit großem Hallo begrüßt. „Ein Kind dieser Stadt, ein musikalisches Urgestein“, so kündigte der Moderator Stefan Bauer an, der mit seiner Band Lieder von seinem im August veröffentlichten ersten Albums vorstellte.

Einige Gäste waren wegen einer der drei Bands gekommen, wie Agnieszka Schimczyk, die sich als großer Stefan Bauer-Fan outete. Andere lockte das Gesamtpaket und die Aussicht auf eine tolle Party mit ganz viel Tanzen.

Lockte schon Stefan Bauer mit seinen eher ruhigen Songs einige Besucher auf die Tanzfläche, wurde es schnell voller als mit dem Klaus Lage-Hit „1000 mal berührt“ die Frankfurter Band „Blind Foundation“ die Bühne enterte. Mit Pop- und Rockklassikern sowie einigen Eigenkompositionen heizten die fünf Musiker, von denen drei blind sind, dem feierfreudigen Publikum so richtig ein.

Noch einen drauf setzte die Top 40-Coverband Decoy mit aktuellen Chartsongs und den größten Hits der vergangenen drei Jahrzehnte aus Pop, Rock und Disco. Ob im Rolli, mit Rollator, stehend oder tanzend – die Halle 3 war in Bewegung.

Es war mal wieder ein rundum gelungener Partyabend, der nach fast vier Stunden zu Ende ging. Für viele bedauerlich, hätten sie doch gern die Nacht zum Tag gemacht. Die Festivalbesucher freuen sich schon aufs nächste Jahr, die Veranstalter um dabei-Sprecher Thorsten Eisenmenger hoffen, dann an die gute Publikums-Resonanz auf das Insound-Festival 2011 anknüpfen zu können.

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