Neuer Anlauf zur Vermarktung leerer Gebäude

Kirche verkauft Immobilien

Foto: WR

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Alter Wein im neuen Schlauch: Statt des Kirchenkreises will Presbyter Dan Ossenberg-Engels die leeren Kirchenimmobilien der Evangelischen Gemeinde Altena vermarkten. Die werden seit zwei bis vier Jahren wie Sauerbier angepriesen.

Drei Wohnhäuser, ein Kindergarten und ein Gemeindezentrum stehen nun auf Ossenberg-Engels Verkaufsliste. Sein Vorteil: Als Immobilien-Fachmann kann er vor Ort potenzielle Käufer ansprechen. Und Baukirchmeisterin Karin Thomas, die bisher gelegentlich Interessenten führte, wird entlastet.

Eine Entlastung könnte auch der Kirchenhaushalt dringend gebrauchen. Eigentlich wollte die Evangelische Gemeinde durch den Verkauf ihrer Alt-Immobilien das Konzept „Neue alte Mitte” finanzieren: die Millionen-Sanierung der Lutherkirche. Die Rechnung ging nicht auf: Nur die Melanchthonkirche und ein Pfarrhaus fanden Käufer. Das Sanierungsgeld kam aus der Rücklage. Doch die Zinsen wären eigentlich nötig, den ganz „normalen” Haushalt der Gemeinde zu decken, erklärt Karin Thomas.

Statt die Kasse aufzufüllen, belasten die leeren Gebäude das Budget: So muss - wenn auch auf Sparflamme - weiter geheizt, im Winter der Schnee beseitigt und sonst der Garten halbwegs gepflegt werden. Dazu kommen Steuern, Versicherungen, nötigste Reparaturen… - zusammen mehrere tausend Euro jährlich, berichtet die Baukirchmeisterin.

Auf mehrere Zehntausend Euro hat die Kirchengemeinde schon bei ihren Preisvorstellungen verzichtet. Für alle Immobilien gibt es Wertgutachten. Die Kaufangebote liegen bis zu 50 000 Euro unter den Gutachter-Empfehlungen. So gibt es ein Gemeindezentrum für knapp 150 000 Euro oder ein Zweifamilienhaus für 130 000 Euro. Allen Gebäuden gemein ist die Riesenfläche: zwischen 147 und fast 300 Quadratmetern nebst Grundstücken.

Doch das Interesse hält sich aus verschiedenen Gründen in Grenzen: Etwa zehn Interessenten habe sie durch das Pfarrhaus im Mühlendorf geführt, berichtet Karin Thomas. Ein Kauf scheiterte an Bau-Gesetzen. Wer die Nutzung eines Gebäudes ändert - also beispielsweise Wohnraum in Büros umwandelt - der muss eine ganz neue Baugenehmigung haben.

Richtlinien und Rahmenbedingungen engen die Gemeinde ein. Eng baulich mit dem Gemeindezentrum Rahmede ist der Kindergarten verbunden. Selbst eine Wiederbelebung des Kindergartens im Mühlendorf sieht Karin Thomas skeptisch: Für einen „neuen” Kindergarten an dieser Stelle würden ganz andere Rahmenbedingungen gelten - auch dank Kibiz. Aber die Raumzuschnitte böten durchaus interessante Möglichkeiten, findet die Kirchengemeinde.

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