Ruinöse Konkurrenz vermeiden

Freibad-Pläne verwundern Politiker

Foto: WR WR

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Unna. Es mehrt sich Unverständnis über das Planspiel im Rathaus, einen Freibad-Neubau in Massen von den Wirtschaftsbetrieben finanzieren zu lassen. Die Wirtschaftsbetriebe (WBU) sind eine 100prozentige Tochter der Stadt Unna.

„Die Stadt ist in der Haushaltssicherung, und zum Konzern Stadt zählen auch die Eigenbetriebe, so dass auch die grundsätzlich zur Sparsamkeit verpflichtet sind”, sagte gestern CDU-Ratsherr Martin Volkmer. Ähnlich, aber mit etwas mehr Lokalpatriotimsus, argumentiert Volkmers Massener Kollege, Michael Schwering. „Wir sind für den Erhalt der Wasserfläche. das Bad ist für die Sportvereine und den Stadtteil sehr wichtig”, bezieht der Vorsitzende der Ortsunion Massen Position. Allerdings schränkt er ein: „Wir müssen aber sehen, was der Haushalt überhaupt noch her gibt.”

SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann wurde von der Nachricht aus unserer Zeitung überrascht. „Ich bin gespannt, welche Pläne uns die Verwaltung präsentiert. Diese gilt es dann in Ruhe zu bewerten.” Allerdings fragt sich Hoffmann, mit welchen Betriebskosten und Besucherzahlen gerechnet wird. „Da benötigen wir konkrete Zahlen.”

FDP-Fraktionschef Andreas Tracz überraschte die Nachricht vom WBU-Freibad nicht. „Dass es so kommt, haben wir schon vor einem Dreivierteljahr in der Fraktion vorausgesagt”, sagte er. Die Liberalen sehen dieses „Linke-Tasche-rechte-Tasche-Spielchen” kritisch. „Uns muss exakt vorgerechnet werden, wie ein Bad mit derzeit 1,25 Mio. Euro Defizit künftig mit 500000 Euro auskommen soll. Das ist unsere Zielvorgabe.”

Wie berichtet gibt es Überlegungen, aus dem Freizeit- ein Familienbad zu machen, das nur noch im Sommer geöffnet ist. Im städtischen Haushalt wäre diese Investition mit Blick auf das erwartete Millionenloch nur schwer darzustellen. Am Dienstag sickerte die Nachricht durch, dass die WBU das Bad bauen soll.

Dabei gibt es Freibäder in der nahen Umgebung, etwa in Holzwickede die Schöne Flöte. Vor zehn Jahren, als das Freizeitbad das erste Mal zur Diskussion stand, gab es Überlegungen, einen vernünftigen Radweg von Massen durch die Massener Heide zur Schönen Flöte zu bauen. Laut nachgedacht wurde auch über einen Bedarfsbus in den Sommermonaten, der zwischen Unna und Holzwickede pendelt. Zudem gibt es ein kleines Freibad direkt im Herzen Unnas, im Bornekamp und in Dellwig.

Im Bäderkonzept des KVR von 2002 heißt es bereits: „Interkommunale Kooperation zur Sicherung der Badeangebote, Verbesserung der Betriebswirtschaftlichkeit und Vermeidung ruinöser Konkurrenz macht Sinn, wo die angestrebten Ziele auf der Grundlage freiwilliger Zusammenarbeit erreicht werden können.”

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