Musik

Ehepaar Eicker aus Halver hat das Radio populär gemacht

Foto: DETTLAFF,Ursula

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Halver. „Unvergessen - Lieder, die bleiben“ heißt eine Sendereihe im ERF-Radio. An jedem dritten und vierten Sonntag im Monat werden um 21.30 Uhr Hörerwünsche erfüllt. Am Folgetag um 11.15 Uhr ist die Wiederholung zu hören. Der Verlag Gerth Medien brachte bereits sieben CDs mit Liedern heraus, die von den Hörern zusammengestellt wurden. Die Nummer acht erscheint im September und führt Elsa und Ernst August Eicker aus Halver wieder einmal ins Tonstudio.

Sie stellen eine CD mit Liedern aus den 50er und 60er Jahren zusammen. Seit 1955 singen sie im Duett Tenor/Sopran und Ernst August als Solist. Als 16-Jähriger hatte er fünf Jahre zuvor die Leitung des FeG Bever Chores von seinem Vater übernommen. „Frohe Botschaft im Lied“ hieß die erste Schallplatte, die das Paar 1963 im Verlag Hermann Schulte ( heute Gerth Medien) herausbrachte.


300 Lieder einstudiert

Das Radio machte sie populär. Dabei spielte der Gesang von Anfang an nur eine Nebenrolle im Leben der Eickers. Eine Zeitlang nahmen sie Gesangsunterricht. „Die Lehrerin wollte unsere Naturstimmen nicht verändern“, sagte Elsa. „Unsere Zuhörer wollten Lieder zum Mitsingen“, erzählte sie. 1966 gründete Ernst August den „Wir singen für Jesus“-Chor. Er bestand aus ungefähr 80 Sängerinnen und Sängern. „Die weiteste Anreise zur monatlichen Probe hatte „Miss Nordsee“ aus Emden“, erinnerte er sich. Der Gesang und die schöne Gemeinschaft waren ihr so wichtig, dass sie - chauffiert von den Eltern - die stundenlange Fahrt gern auf sich nahm. Über 4000 Mal trat der Chor im In- und Ausland auf, gestaltete Gottesdienste, Evangelisationen und andere Großveranstaltungen mit. Das (Erfolgs-)Rezept blieb immer gleich. Alle zwei Jahre stellte Chorleiter Ernst August Eicker ein neues Programm zusammen. Dann folgten zu Jahresbeginn zwei intensive Probenwochen und schließlich die monatlichen Gesangsstunden. Etwa 300 Lieder, die heute noch im ERF-Radio gesendet werden studierte der „Eicker-Chor“ im Laufe der Jahre ein.

Konzerteinladungen
nach Kanada

Sie wurden auf 30 Tonträgern- anfangs Schallplatten und Kassetten, mittlerweile natürlich CDs, veröffentlicht. Die Platten trugen ihnen Einladungen von Kirchengemeinden von weither ein. Konzertreisen führten sie nach Kanada, in die Schweiz, Südamerika, USA, Israel, Italien und Polen. „Die Menschen wunderten sich immer, wie wir es schafften, so gut auf einander eingestimmt zu sein“, erzählte Elsa. „Damals hatten wir ja noch keine Spülmaschine“, setzte sie hinzu. „Das gemeinsame Abwaschen bot eine gute Gelegenheit zum Üben.“

Ihr Kinderchor war ebenfalls häufig mit auf Konzertreisen. 2004 wollten die Beiden in den musikalischen Ruhestand gehen. Den Gedanken, mit christlichen Liedern Missionsarbeit zu leisten, führt Tochter Ruthild weiter. Sie hat ebenso wie ihre Schwester Cornelia Musik studiert. Für ihren Chor „VOICES FOR CHRIST“ schrieb sie bereits drei Musicals. „Ihr könnt Eure Kinder in Ruhe schicken, es war genau so gut, wie bei euch“, zitierte Elsa amerikanische Freunde. So ganz klappt es übrigens nicht mit dem musikalischen Ruhestand. Bei Seniorennachmittagen treten Elsa und Ernst August als Duett auf. Mehr als sieben Termine im Jahr möchten sie aber nicht annehmen. Am 2. Mai gibt es ein Wiedersehen mit ehemaligen „Wir singen für Jesus“ Chormitgliedern. Organisiert wurde es von den Sängern selbst. 142 Chormitglieder haben sich angemeldet.

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