Drei Festtage für die neue Selimiye Moschee

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Lünen. (mw) Zehn Jahre nach der Genehmigung, neun Jahre nach der Grundsteinlegung wird am 30. März die Selimiye Moschee offiziell eröffnet. "Der lang ersehnte Tag ist gekommen", steht auf der Einladung. ...

... "Zu 99 Prozent wird alles fertig sein", sagt der Gemeindevorsitzende Irfan Yildizhan hoffnungsvoll. Irgendwann müsse man einfach ein Datum fürs Finale setzen, "sonst sind wir 2018 noch nicht fertig." Die Treppenstufen aus Indien wurden zu spät geliefert. Das war die letzte Verzögerung in einer Reihe von vielen, darunter Bauauflagen, Wirtschaftskrise in der Türkei, Zechenschließungen in Lünen, Arbeitslosigkeit, erläutert Yildizhan. Und trotzdem habe man es am Ende geschafft, den Bau allein aus freiwilligen Spenden und mit viel viel Eigenleistung zu realisieren, inklusive Innendekoration, Malereien und einem 450 Kilogramm schweren Kristalllüster im Gebetsraum: Licht aus 130 Glühbirnen.

Das 3-Millionen-Projekt am Ende der Roonstraße bietet 2 400 Quadratmeter Nutzfläche, 640 Quadratmeter Gebetsraum für Männer und Frauen (separat auf einer Empore), Sozialräume für Jugendarbeit, Teestube, Frauengruppen, 145 Parkplätze. Dass auch dieses Raumangebot nicht ausreichen wird, weiß Yildizhan schon jetzt. "Wir haben viel vor." Verhandlungen mit VHS und Multikulturellem Forum über Bildungsangebote laufen, die Moschee ist im April Versammlungsraum für den Interkulturellen Dialog. "Eine Moschee in Deutschland ist anders als in der Türkei auch Begegnungsstätte, ein multifunktionaler Ort für viele Aktivitäten."

D.I.T.I.B. Türkisch Islamische Gemeinde zu Lünen e.V. heißt die Gemeinde. Sie hat 500 Mitglieder, nach türkischer Sitte die Familienoberhäupter, also rund 2 000 Besucher, und ist offen für Gäste. 2005, so Yildizhan, habe es eine Verjüngung des Vorstands gegeben, dessen Anliegen es seither sei, aktiver nach außen zu werden, mehr Öffentlichkeit anzustreben und sich mehr zu öffnen. 60 Prozent der Besucher bei den Freitagsgebeten seien unter 35 Jahren.

Nur an den Tagen der Eröffnungsfeierlichkeiten wird der Müezzin außen vernehmbar mittags und nachmittags zum Gebet rufen. Sonst tut er dies in wechselnder Besetzung von einer Ecke des Gebetsraums aus in den Innenraum, in stetem Blickkontakt mit dem Imam. Jeder, der arabisch kann und gut bei Stimme ist, kann als Müezzin fungieren, sagt Sebahittin Tasar.

An jedem der drei Tage wird es Führungen durch die Moschee geben. Schuhe aus vor dem Gebetsraum gilt für alle, Kopftuchtragen nur für Musliminnen, erklärt der Gemeindevorstand. Zum Auftakt gibt es am 28. und 29. März ab 12 bzw. 11 Uhr ein Straßenfest, die offizielle Eröffnung ist am 30. März von 12 bis 15 Uhr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben