Erster förmlicher Schritt

Denkmalsatzung für den Knerling

Foto: WR

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Altena. Am kommenden Dienstag soll der Ausschuss für Stadtentwicklung den ersten förmlichen Schritt auf dem Weg zum Denkmalgebiet Knerling unternehmen.

Die Stadtverwaltung präsentiert den Entwurf einer Satzung, der beschlossen und öffentlich ausgelegt wird. Spätestens dann können sich Betroffene mit ihren Bedenken zu Wort melden.

Der Entwurf stellt parzellengenau den Umfang des möglichen Denkmalgebietes dar und begründet, warum der Knerling das „bedeutende kulturelle Erbe für künftige Generationen” bewahren soll. Der wichtigste Abschnitt für Hauseigentümer dürfte die Liste der erlaubnispflichtigen Maßnahmen sein, die als Anlage an der Satzung hängt. Unabhängig von möglicherweise nötigen Baugenehmigungen müssten bestimmte Veränderungen demnächst mit den Denkmal-schützern im Rathaus abgestimmt werden.

Die Stadt hatte bereits vor einigen Wochen betroffene Hauseigentümer eingeladen und offenbar etwas Wind aus dem Ärger genommen, der zwischenzeitlich entstanden war. Unabhängig davon hat die Altenaer Baugesellschaft Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht gegen die „vorläufige” Unterschutzstellung. Die soll verhindern, dass Hausbesitzer Tatsachen schaffen, bevor eine Denkmalschutz-Satzung in Kraft tritt (WR berichtete).

Gartenstadt entstand

am Reißbrett

Detailliert schildert die Stadtverwaltung in ihrer Ausschuss-Vorlage die Idee der Gartenstadt-Bewegung. Mit den fünf Häusern Am Knerling 2 bis 16 fing es an. Die sieben Jahre später errichteten Bauten mit den Nummer 1 bis 27 wurden später bereits in das Gartenstadt-Konzept eingewebt, das ab 1927 die bewaldeten Hänge oberhalb der B 236 „eroberte”.

Bereits in den Zwanziger Jahren sicherte sich die Altenaer Industrie ein Belegungsrecht, indem sie Aktien der Altenaer gemeinnützigen Baugesellschaft kaufte. Wer Arbeiter haben wollte, der musste Wohnungen bieten. Sogar die Allgemeine Ortskrankenkasse sicherte sich auf diesem Weg Wohnrechte.

1927 verwirklichte die Westfälische Heimstätte Dortmund die eigentliche „Gartenstadt”. Sie wuchs nicht als natürliche Siedlung, sondern entstand auf dem Reißbrett unter Einplanung großer grüner Flächen. Ungeachtet aller politischen, kulturellen und zeitgeistlichen Einflüsse sei die Siedlung nach einem einheitlichen Plan entstanden, was ihr möglicherweise sogar landesweite Einzigartigkeit verleihe.

1927 bekam der neue Ortsteil ein eigenes „Kaufhaus”: den späteren Konsum samt Gasthaus. Zwischen 1920 und 1937 entstanden 40 Hausgruppen in aufgelockerter Bauweise. Nach dem 2. Weltkrieg kam eine Schule hinzu.

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