Dagmar Berg: Ein Leben für Sport und Politik

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Villigst. (kowi) Sie dürfte eine der meistbekannten Schwerterinnen sein: Ungezählte Schülerinnen und Schüler gingen durch ihre Hände, ihre sportlichen Erfolge sind Legende, zuletzt repräsentierte sie die Stadt als stellvertretende Bürgermeisterin bei ...

... vielen öffentlichen Anlässen. Dagmar Berg wird heute 70 Jahre alt. Ihr bisheriges Leben bewegte sich zwischen den beiden Polen Sport und Kommunalpolitik. Wobei die Politik eigentlich erst recht spät zum Zuge kam. Aber der Reihe nach.

Die gebürtige Berlinerin sorgte schon in ihrer Schulzeit in Hannoversch-Münden als Tischtennisspielerin für Furore. "In dieser Sportart habe ich meine größten Erfolge gefeiert", sagt Dagmar Berg, die als 13-Jährige mit einer Ausnahmegenehmigung bei Hellas Göttingen in die 1. Frauenmannschaft aufrückte und fortan lange Jahre auf höchstem Niveau spielte. Dazwischen immer mal wieder Leichthletik, bei der sie es zur Hochschulmeisterin brachte, Skilaufen oder Tennis - auch während des Studiums in Göttingen, Heidelberg und an der Sporthochschule Köln taucht in der Vita der angehenden Diplom-Sportlehrerin lange nicht die Sportart auf, die sie später zur Trainerinnen-Legende machen soll. "Volleyball, das war aus meiner Sicht damals gar keine Sportart, viel zu wenig Action", erinnert sich die Jubilarin.

1965 hieß Volleyball noch Flugball

1964 heiratete sie ihren Alfred und kam ein Jahr später nach Schwerte, zog bald darauf nach Villigst. Als Dagmar Berg 1965 am RTG anfing, da hieß Volleyball noch Flugball. Aber als sie 1974 ans FBG wechselte, da hatte sie schon mit daran gearbeitet, dass die Sportart den Namen trug, der ihr zusteht. Ihre erfolgreichste sportliche Zeit waren die Jahre 1968 bis 1990, als sie 56 Deutsche Meisterschaften im Jugend- und Frauenbereich mit dem 1. VC Schwerte sammelte, dazu noch mehr Westdeutsche Meisterschaften und 27 Bundestitel beim Finale der Schulen "Jugend trainiert für Olympia". In der Ruhrstadt kannte man sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2000 als strenge, aber gerechte Lehrerin, die ein gutes Händchen für Sichtung und Ausbildung ihrer Schützlinge hatte.

Erst mit dem Ende ihrer beruflichen Tätigkeit blieb Luft für das ehrenamtliche Engagement in der Kommunalpolitik. Die Weichen dafür waren freilich schon früher gestellt: "Ich war als Studentin politisch interessiert, immer in Richtung Sozialdemokratie." Den letzten Anstoß zum Eintritt in die SPD im Jahr 1972 gaben persönliche Begegnungen mit dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt: "Eine faszinierende Persönlichkeit."

Helmut Schmidt gab den Anstoß

Den Faden nahm Dagmar Berg Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder auf, als sie den Vorsitz des Villigster SPD-Ortsvereins übernahm und 1999 für die Schwerter Sozialdemokraten in den Rat der Stadt einzog. Zum wiederholten Male gelang ihr das 2004 - seither nimmt sie als stellvertretende Bürgermeisterin repräsentative Aufgaben für die Stadt wahr. Allerdings nur noch bis zur nächsten Kommunalwahl. Wie im Ortsverein will sie auch hier Jüngere ranlassen. Ohne Groll. "Es ist genug", sagt sie.

Auf ihren Geburtstag will sie heute mit ihrem Ehemann und Freunden bei einem kleinen Empfang anstoßen.

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