Der Ärztliche Direktor des St. Vinzenz-Krankenhauses hat noch viel vor - Nachfolger gesucht

Chefarzt Dr. Rüdiger Balbach will wieder nach Afrika

Foto: Rust, Rudi

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Das St.-Vinzenz-Krankenhaus sucht einen neuen Chefarzt: Ende April geht der bisherige ärztliche Direktor Dr. Rüdiger Balbach in Rente. Zur Ruhe setzen will er sich aber nicht: Er geht vorläufig nach Afrika.

In den vergangenen Jahren ließ der ärztliche Direktor des Altenaer Krankenhauses keine Gelegenheit aus, die aktuelle Gesundheitspolitik zu kritisieren und sprach schon mal fast sehnsuchtsvoll von der „AOK- und bürokratiefreien Zone in Afrika”, wo „ein Arzt noch Arzt sein kann”. Was es heißt, auf dem schwarzen Kontinent zu praktizieren, hat Rüdiger Balbach bereits zweimal erlebt: 1994 und 1996 arbeitete er jeweils für vier Wochen an der Grenze vom Ost-Kongo nach Ruanda. Dort hatten sich kurz zuvor die Konflikte zwischen den Tutsi und Hutus entzündet, die als „Völkermord" und Genozit in die Geschichte eingingen.

Einen Hunderter zu geben sei leichter, als echte Solidarität zu praktizieren, nimmt Dr. Balbach kein Blatt vor den Mund. Er will echte Hilfe leisten und nun „ein Zeichen setzen” durch einen längere Einsatz in Afrika. Durch eine größere Hilfe aus Europa hätte mancher der jetzt laufenden Konflikte verhindert werden können, davon ist der Mediziner überzeugt. Unendlich viele Menschen leiden unter Hunger und Cholera.

"Mir hat es Spaß gemacht"

„Mir hat es Spaß gemacht und ich gehe nicht mit leichtem Herzen”, beteuert Dr. Rüdiger Balbach. Wenn am 24. April Abschied gefeiert wird, dann hat Balbach genau 30 Jahre in Altena als Chefarzt gearbeitet und seit 1986 als Nachfolger von Dr. Kickstein als ärztlicher Direktor die Fäden gezogen.

Es gibt mehrere Kandidaten um seine Nachfolge, bestätigen Dr. Balbach und Geschäftsführerin Barbara Bieding. Bieding: „Es ist schwierig, einen geeigneten Kandidaten zu suchen.” Über Headhunter wirbt das Krankenhaus derzeit um einem neuen Chefarzt für die Innere Abteilung. Idealerweise bestimmt der möglicherweise durch seine Spezialität auch die Zukunft des ganzen Krankenhauses. Die Frage der ärztlichen Leitung sei dann der zweite Schritt, betont Bieding. Diese Aufgabe liege ja nicht jedem.

Die derzeitige Situation lasse aber zumindest einen breiten Gestaltungsraum: Die eingeleitete und teils praktizierte Kooperation mit dem Krankenhaus in Plettenberg und den niedergelassenen Ärzten des „Lennenetzes” biete Chancen, das Krankenhaus neu zu positionieren. „Gegen die klassische Krankenhaus-Denke”, wie die Verwaltungsdirektorin ergänzt. Das St.-Vinzenz-Krankenhaus biete eine „Nähe zum Patienten".

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