Inklusion

Behindert oder nicht: Alle lernen zusammen

Setzen sich für das gemeinsame Lernen ein: (v.l.) Udo Löbenbrück, Rudi Knegt, Stefanie Krüger-Peter und Jochen Born

Setzen sich für das gemeinsame Lernen ein: (v.l.) Udo Löbenbrück, Rudi Knegt, Stefanie Krüger-Peter und Jochen Born

Foto: Ralph Bodemer / WR

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Schwerte. Eine gute Ausbildung für Beruf und Leben wünschen sich Stefanie Krüger-Peter, Udo Löbenbrück und Rudi Knegt für ihre Kinder. Die drei wünschen sich sehr, dass die so genannte Inklusion an den Schulen bald Alltag wird. Zwei Vorträge sollen darüber informieren.

Die Kontakte zu den Referenten, das sind Professor Dr. Hans Wocken und der Sozialpädagoge Wilfried W. Steinert, stellte Stefanie Krüger-Peter her. Krüger-Peters Sohn ist zehn Jahre alt und muss intensiv in seiner geistigen Entwicklung gefördert werden. Sie ist, wie ihre Mitstreiter, eine Verfechterin des gemeinsamen Lernens von allen Kindern.

„Es geht nicht darum, Förderschulen schlecht zu machen, sondern darum, dass die Kinder für den Schulbesuch nicht aus ihrer Umgebung rausgerissen werden“, sagt Udo Löbenbrück. Welche Ideen zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Jungen und Mädchen es bereits gibt, hören Eltern, Lehrer und Lehrerinnen am Donnerstag, 12. Januar, und am Donnerstag, 1. März, jeweils um 19.30 Uhr in der Rohrmeisterei. Jochen Born, Leiter der VHS, die mit den Vereinen dabei und Gemeinsam leben, gemeinsam arbeiten die Abende organisiert, hat einen großen Raum gebucht. Man rechnet mit starkem Interesse.

Über das gemeinsame Lernen von Kinder mit und ohne Behinderung wird viel gestritten. Für Rudi Knegt, Sprecher der Selbsthilfegruppen im Kreis, geht es nur gemeinsam. „Ein Kind lernt viel mehr von anderen Kindern als von Erwachsenen.“

Seine Tochter lebt mit dem Down-Syndrom und lernte in einer Regelschule. Rudi Knegt kennt die Probleme, die das mit sich bringt, ist sich aber sicher, dass man die abschaffen kann, wenn man will. Kleinere Klassen, barrierefreie Schulgebäude, wenig Frontalunterricht und dafür mehr Gruppenarbeit mit individueller Anleitung sind nur einige Vorschläge, die er hat.

„Die Vorteile der Inklusion überwiegen“

„Die Inklusion hat sicher Vorteile und Nachteile. Aber die Vorteile überwiegen“, sagt er. Auch die Kinder ohne Behinderung würden vom gemeinsamen Unterricht profitieren – für ihr Sozialverhalten und für ihr Schulwissen.

Knegt, der mit Stefanie Krüger-Peter im Inklusionsbeirat der Stadt Schwerte sitzt, ist sehr zufrieden damit, dass in Nordrhein-Westfalen ab dem Schuljahr 2013/2014 jedes Kind einen Rechtsanspruch auf Unterricht in einer Regelklasse hat. Die langen Fahrtzeiten zu den jeweiligen Förderschulen hätten ein Ende, die Kinder aus der Nachbarschaft könnten so nicht nur zusammen spielen, sondern auch zusammen lernen.

Über die Vorteile, die Knegt, Krüger-Peter und ihr Mitstreiter Udo Löbenbrück in der Inklusion sehen, wollen sie alle Eltern informieren. Das tun sie mit Hilfe zweier Fachleute.

Besuch der Vorträgeist kostenlos

Dr. Hans Wocken, Professor für Lernbehindertenpädagogik, und Wilfried W. Steinert, neun Jahre lang Leiter der Waldhofschule Templin, kommen in die Ruhrstadt, um über ihre Erfahrungen zu berichten. Das Zuhören ist kostenlos.

Laut Ankündigung stellt Hans Wocken vor, wie viele Lehrer und Lehrerinnen eine Schule braucht, wie der Unterricht abzulaufen hat, wie das Gebäude aussehen muss und welche Ausbildung die Lehrer und Lehrerinnen haben müssen, damit die Inklusion klappt. Wilfried Steinert berichtet über die Waldhofschule Templin, die sich selbst den Untertitel gab „Eine Schule für alle“.

Für Rudi Knegt ist es mit der Inklusion in der Schule aber noch nicht getan: „Wir wollen, dass es überall in der Gesellschaft besser wird.“

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