Bahnhof Vollme abgerissen

Foto: Dirk Hackenberg

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Kierspe. Lange genug hat es gedauert: Gestern haben Mitarbeiter einer Baufirma aus Soest mit einem riesigen Bagger den Bahnhof Vollme abgerissen.

Die Anlieger haben sich jahrelang über den Schandfleck geärgert. Nach Aufgabe der Bahnstrecke im Jahr 1986 lag das Gelände einige Zeit brach. Dann verkaufte die Bahn die Ladestraße, die Lagerhalle und das Bahnhofsgebäude an einen Abbruchunternehmer aus Lüdenscheid. Der hortete über Jahre hinweg immer mehr Baumaterial und Abfall auf der Fläche. Alle Versuche, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, schlugen fehl.

Mit dem Tod des Mannes war das Probelm noch lange nicht gelöst. Es fand sich trotz intensiver und zeitaufwendiger Suche kein Erbe für das heruntergekommene Objekt. Also ging die Immobilie an das Land Nordrhein-Westfalen über. Zuständig war die Bezirksregierung in Arnsberg. Der Märkische Kreis sah sich zwischendurch wegen einer Altlastgefahr zum Handeln gezwungen. Nach und nach wurde das Gelände geräumt und gereinigt. Aus rechtlichen Gründen konnte die Stadt Kierspe den Bahnhof aber erst im Januar dieses Jahres übernehmen und den Abbruch veranlassen.

Natur soll Fläche zurückerobern

Gestern war es endlich soweit: Das ehemalige Bahngebäude fiel innerhalb weniger Stunden. Nachdem die Fachfirma aus Soest eine Wasserversorgung gelegt hatte, um mittels Dauerberieselung den Staub zu binden, konnten die Abbrucharbeiten vom Dach ab beginnen. Aus Sicherheitsgründen war auf der Volmestraße ein Tempolimit von 30 km/h eingerichtet worden.

Nach und nach wurden die Stockwerke abgetragen - bis am Abend nur noch ein großer Berg Schutt übrig blieb. Sorgfältig wurden vor Ort Holz, Metall und Steine in unterschiedliche Container sortiert.

Die Kiersper Firma Kriesten hat schon damit begonnen, das Gelände weiter von Pflastersteinen und anderem Restmaterial zu säubern. Zum größten Teil ist das Bahngelände schon mit Erdaushub aufgefüllt worden. Der ganze Bereich dient künftig als Ausgleichsfläche für andere Baumaßnahmen im Stadtgebiet. So wird das ehemalige Bahnarreal nach und nach zum Biotop. Ziel ist ein natürlicher Wildwuchs, zur Volmestraße hin abgegrenzt durch eine Hecke.

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