Schneeballschlacht

Sechs Minuten bücken, formen und werfen

Die Snow Turtles Anika Ganserich, Nadine Truppat, Katharina Helm, Mariam Scharifi, Daniela Theisen und Vivian Schaaf (v. li.) fiebern der WM entgegen.

Die Snow Turtles Anika Ganserich, Nadine Truppat, Katharina Helm, Mariam Scharifi, Daniela Theisen und Vivian Schaaf (v. li.) fiebern der WM entgegen.

Foto: Privat

Iserlohn.  Iserlohnerin Nadine Truppat und die „Snow Turtles“ bereiten sich auf die Schneeballschlacht-WM vor

Bei den Handballerinnen des ASV Hamm, wo sie um Verbandsligapunkte spielt, ist bereits die Weihnachtspause eingeläutet worden. Doch für die Iserlohnerin Nadine Truppat bedeutet das noch lange nicht, dass sie jetzt keinen Ball mehr in die Hand nimmt. Doch jahreszeitgemäß hat die Torhüterin einen etwas kleineren im Visier und mit diesem Großes vor. Denn sie ist die Teamchefin der „Snow Turtles“, und die fiebern einem besonderen Event entgegen – der Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft auf Schalke, die im Rahmen der Biathlon-World-Team-Challenge am 28. Dezember stattfindet.

Als gelernte Handballerinnen immer gut im Training

„Wir sind ja alle Handballerinnen, haben also mit dem Werfen keine Probleme“, beschreibt die 37-Jährige das sechsköpfige Team, das sich vor zwei Jahren erstmals zum Winter-Abenteuer hinreißen ließ. Sie kennen sich vom Handball, obwohl neben Truppat nur Anika Ganserich und Daniela Theisen in Hamm spielen. Ihre Mitstreiterinnen kommen aus Köln. Aber sie haben gemeinsam auch ihre Sommeraktiven als „Running Turtles“ beim Beach-Handball fest ins Jahresprogramm aufgenommen, das ihnen aber bei weitem nicht so viele Zuschauer beschert wie das Schneeball-Spektakel auf Schalke.

Dort stehen sich auf einem 5x3 Meter großen Feld zwei Dreiermannschaften gegenüber, die sich zweimal drei Minuten lang mit Schneebällen bombardieren. Echte Deckung gibt es nicht, und die Trefferquote – das zeigen die bislang durchgeführten drei Titelkämpfe – ist ziemlich hoch.

„Man braucht eine gute Kondition, denn es geht nonstop um Bücken, Formen und Werfen“, sagt Nadine Truppat. Auf den schneebedeckten Feldern außerhalb der Arena liegen für die 32 Mannschaften, die in acht Gruppen die Vorrunde bestreiten, die Wurfgeschosse schließlich nicht parat, sondern sie müssen aus den Schneehaufen erst in Form gebracht werden. Die „Snow Turtles“ beherrschen den Bewegungsablauf perfekt, denn sie durften bei ihrer Premiere 2015 ebenso wie im letzten Jahr die große Bühne betreten. Das WM-Finale wird in der Veltins Arena selbst ausgetragen. „Vor 40 000 Zuschauern in Aktion zu treten, ist ein Wahnsinnsgefühl“, berichtet die Iserlohnerin, die zusammen mit ihren Kolleginnen in zwei Wochen den großen Coup landen will. Weltmeistertitel! Denn bisher gab es zweimal die Silbermedaille für das einzige reine Frauenteam, das bei diesem Turnier erfolgreich mitmischt.

Beide Male war eine Männermannschaft aus Wuppertal nicht zu schlagen. Vor zwei Jahren gewann sie nur mit zwei Punkten Vorsprung, im letzten Jahr dann deutlich. „Aber da waren wir gehandicapt“, verweist Nadine Truppat auf das Ausscheiden einer Mitstreiterin, die einen Schneeball ins Gesicht bekam und mit einer aufgeplatzten Lippe ausschied. „Und zu zweit hat man natürlich keine Chance.“ Im Wettkampf besteht zwar Helmpflicht, aber echte Wirkungstreffer kann es dennoch geben.

Für die „Snow Turtles“ sollen nun aller guten Dinge drei sein, und sie fühlen sich gut gerüstet. Zumal diesmal ja sogar intensives Training möglich war. Denn ausnahmsweise ist ja einmal Schnee in der Adventszeit gefallen, so dass es schon einmal einen kleinen Leistungstest beim Bücken, Formen und Werfen geben durfte.

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