"Roter Stern Wehringhausen" lebt Antirassismus seit Jahren vor

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Ist der "Rote Stern Wehringhausen" jetzt in der etablierten Fußballgesellschaft angekommen? Hat auch dieser Verein den langen Marsch durch die Institutionen angetreten und abgeschlossen? Der "Rote Stern" - nun ein Verein wie tausend andere? ...

... Sportliche Anzeichen gibt es. Zumindest hat sich der C-Ligist von einer sehr wahrscheinlich einmaligen Errungenschaft in der Welt des Fußballs verabschiedet - die Rotation auf der Trainerbank. In der Vergangenheit war bei jedem Spieltag ein anderer Aktiver für taktische Ausrichtungen, Motivation, Ein- und Auswechselungen verantwortlich. Jeder durfte 'mal ran. Nun, das war sicher basisdemokratisch - sportlich aber konnten die wackeren Kicker so kaum einen Blumentopf, geschweige denn Punkte einsammeln.

Mit Torben Kaup haben die Wehringhauser nun aber einen engagierten Trainer auf der Bank, der bereits die große Welt des Fußballsports gesehen hat. "Torben spielte schon in der Bezirksliga", hält Präsident Ulli Schäfer riesen Stücke auf seinen Experten. Der Mann gilt als ganz akribischer Arbeiter, der großen Wert auch auf Statistik legt. Über Automatismen werde nun nicht nur laut gefachsimpelt, sie würden jetzt geübt. "Er hat viele neue Dinge eingeführt." Nun, der Erfolg gibt Torben Kaup recht. Die Zeiten der Schießbude Wehringhausen sind lange vorbei. Momentan rangiert das Team auf Platz 7. Am vergangenen Sonntag konnte man gar einen 4:0 Kantersieg bei SC Zurstraße II landen. Sogar vom "Aufstieg in einigen Jahren" wird rund um die schöne Waldlust nachgedacht.

DFB-Vorgabe schon längst umgesetzt

Das allerdings ist noch Zukunftsmusik. Zunächst geht es um den Heimabschluss dieser Saison. Am 18. Mai empfängt der "Rote Stern" den designierten Meister der C-Liga, Cemspor Hagen. "Das Ereignis werden wir mit einem großen deutsch-türkischen Fest feiern", so Ulli Schäfer. Denn der "Rote Stern", der 1993 aus dem Taufbecken gehoben wurde, hat sich den Kampf gegen Rassismus, Gewalt und Faschismus fett auf die Fahne geschrieben.

Der Verein setzt seit nunmehr 15 Jahren aktiv die Gedanken um, die der DFB angesichts der aktuellen Diskussion um unsäglichen Rechtsradikalismus und unerträgliche Ausländerfeindlichkeit mit einer bundesweit groß angelegten Kampagne von den Vereinen fordert.

Der in liebevoller und aufwendiger Arbeit vom Verein in Eigenregie renovierte Sportplatz Waldlust biete dafür einen hervorragenden Rahmen. Ohne diese Arbeit wäre die Waldlust sicher schon seit Jahren als Sportplatz nicht mehr tauglich.

Der Platz wird nun auch für eine weitere Abteilung des Sterns genutzt. "Wir bieten Boule an", erzählt Präsident Ulli Schäfer nicht ohne Stolz. Und dafür haben sie extra eine entsprechende Anlage auf der Waldlust gebaut. Jeden Samstagnachmittag (ab 14 Uhr) werden hier ganz entspannt die Kugel geschoben. Wer mitmachen möchte, einfach vorbeikommen.

Schon jetzt richtet der Verein den Blickwinkel auf das Sommerfest am 6. September. "Ein Fest für den ganzen Stadtteil", sagt Schäfer. Denn man sieht sich als Verein für Wehringausen. "Nichtmitglieder sind immer gern willkommen." Neben vielen Aktivitäten auch für die Jüngsten werden unter anderem die "Wohnraumhelden" aus Hannover aufspielen. Und dieses hervorragende Duo ist immer für einen amüsanten Auftritt gut. Der "Rote Stern" bleibt also unverwechselbar.

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