Brandanschlag auf syrisches Geschäft

Wetter.   Ein Brandanschlag auf ein syrisches Geschäft in Wetter beschäftigt den Staatsschutz und sorgt bei den Bürgern der Stadt für Entsetzen: Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag in dem ­Lebensmittelladen eine Scheibe eingeschlagen und Regale angezündet. Neun Personen konnte die Feuerwehr aus den Wohnungen über dem Geschäft noch ­rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ein Kind kam ins Krankenhaus.

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Ein Brandanschlag auf ein syrisches Geschäft in Wetter beschäftigt den Staatsschutz und sorgt bei den Bürgern der Stadt für Entsetzen: Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag in dem ­Lebensmittelladen eine Scheibe eingeschlagen und Regale angezündet. Neun Personen konnte die Feuerwehr aus den Wohnungen über dem Geschäft noch ­rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ein Kind kam ins Krankenhaus.

Gegen 2.30 Uhr war für die Freiwillige Feuerwehr Wetter die Nacht zu Ende. Helfer aus allen Einheiten rückten in die Innenstadt aus, wo der neue Lebensmittelladen des Syrers Moussa Ahmad Mohammad brannte. Rauchmelder hatten die Bewohner des Hauses alarmiert.

Die Feuerwehrleute evakuierten zunächst das viergeschossige Mietshaus. Ein elfjähriges ­Mädchen wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in Begleitung seiner Mutter ins Krankenhaus gebracht. Beide konnten die Klinik jedoch schon wieder verlassen. Die anderen Bewohner, sechs ­Erwachsene und zwei Kinder, ­wurden nicht verletzt; sie konnten während des Einsatzes im nahe ­gelegenen Gemeindehaus untergebracht werden.

Geschäft erstwenige Wochen alt

Das Feuer in dem kleinen Geschäft für orientalische Lebensmittel, das der geflüchtete Syrer Moussa Ahmad Mohammad (35) erst vor wenigen Wochen in Alt-Wetter eröffnet hatte, konnten die Einsatzkräfte schnell unter Kontrolle bringen und löschen. Ein Trupp unter Atemschutz musste den Brand in dem Verkaufsraum mit Hilfe eines großen Druckschlauchs bekämpfen. Nach dem Ablöschen wurden die Regale ins Freie transportiert.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass bislang unbekannte Täter eine Scheibe an dem Lebensmittelgeschäft eingeschlagen hatten. Sie verschafften sich auf diesem Wege Zugang in den Laden und setzten an zwei verschiedenen Stellen Regale in Brand. Da die Polizei ein fremdenfeindliches Motiv nicht ausschließen kann, hat der Staatsschutz der Hagener Kripo die Ermittlungen übernommen.

Zur Schadenshöhe konnte die Feuerwehr gestern noch keine Angaben machen.

Vor zweieinhalb Jahrenaus Syrien geflohen

Vor zweieinhalb Jahren war Moussa Ahmad Mohammad aus seinem vom Krieg gebeutelten Heimatland Syrien geflüchtet. Vor wenigen Wochen erst eröffnete er das kleine Geschäft für orientalische Lebensmittel. Auch in Syrien hatte der 35-Jährige bereits einen Lebensmittelladen geführt; nun versucht er in Wetter, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Erst Anfang des Monats hatten Unbekannte auf die neue Infotafel für Ortsunkundige, die direkt vor dem Geschäft des Syrers steht, das Wort „Islamisierung“ eingetragen – im exakt gleichen Design der übrigen Einträge. Die Stadt Wetter hat daraufhin Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung gestellt.

„Fallersleben Bund“ bekennt sich zu Schmierereien auf Infotafel

In einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, hat sich der „Fallersleben Bund“ zu dieser Aktion bekannt, wehrt sich aber gegen den Vorwurf der Volksverhetzung. Bei Facebook beschreibt sich der „Fallersleben Bund“ als „Gruppe patriotische Aktivisten aus Wetter (Ruhr) und Umgebung“.

„Wir sind alle entsetzt und hatten mit so etwas in Wetter nicht gerechnet. Wir haben hier ja hier keine wirkliche Überfremdung“, sagt Edda Sichelschmidt vom Verein „Wir in Wetter“ in einer ersten Reaktion nach dem Brandanschlag. Der Verein setzt sich für Geflüchtete und sozial benachteiligte Menschen in Wetter ein. „Wir kennen Moussa Mohammad schon seit Jahren und wollen ihn nun unterstützen“, so die Wetteranerin weiter.

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