Im Schullandheim täglich 24 Stunden im Dienst

Begleitet eine Lehrerin ihre Klasse während einer mehrtägigen Schülerreise, ist sie rund um die Uhr im Einsatz. ...

... Verletzt sie sich während des 24-Stunden-Jobs beim morgendlichen Duschen im Schullandheim, ist dies ein Dienstunfall, entschied der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (AZ: 4 S 516/06). Die Lehrerin war unter der Dusche so unglücklich gefallen, dass sie sich erheblich an der Schulter verletzte. Das Oberschulamt Stuttgart war allerdings nicht bereit, dies als Dienstunfall anzuerkennen, teilte die Deutsche Anwaltshotline mit. Das morgendliche Duschen sei eher Privatangelegenheit als Diensterfordernis gewesen.

Das sahen die Verwaltungsrichter ganz anders. Die Aufgabe von Lehrern beschränke sich nicht darauf, Unterricht zu erteilen. Bei Aufenthalten in einem Schullandheim würde von begleitenden Lehrern eine ständige räumliche Präsenz verlangt. Auch während des Duschens habe die verunglückte Lehrerin "im Bann des Dienstes" gestanden. Das sei mit dem Aufsuchen der Toilette zu vergleichen, das ebenfalls zu den unfallgeschützten Tätigkeiten des Beamten gehört.

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